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EIN HERZ FÜR (DEUTSCHE) OBDACHLOSE?


Wieder einmal haben Neonazis Arme und Obdachlose für sich entdeckt, um sie zu instrumentalisieren. Denn die scheinbar Fürsorglichen propagieren eine exklusive Solidarität für weiße, einheimische Deutsche gegenüber Geflüchtete und MigrantInnen.
Magazin der rechte rand

Schon vor Jahren gab es in der Winter- und Weihnachtszeit rechte Sammelaktionen für Obdachlose und Arme, aber diese waren zumeist symbolisch und auf kurze Dauer angelegt. Seit 2016 haben die Aktivitäten allerdings an Umfang und Vielfalt deutlich zugenommen. Einige sind auch von Kontinuität. Der Umstand von Obdachlosigkeit in einem reichen Land wie Deutschland wird berechtigterweise als Skandal bezeichnet und dann aber gegen die Aufnahme von Geflüchteten in Stellung gebracht. Das grundsätzliche Credo lautet: „Deutsche zuerst!“. Man müsse erst einmal den Obdachlosen hierzulande helfen. Ignoriert wird dabei, dass laut „Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe“ statistisch etwa die Hälfte der geschätzten 860.000 Wohnungslosen, also Menschen ohne mietvertraglich gesicherten Wohnraum, im Jahr 2017 Flüchtlinge waren. Und die Hälfte der etwa 52.000 Obdachlosen, also der direkt auf der Straße lebenden Menschen, aus Osteuropa kommt. Dieser soziale Missstand wird bei der Skandalisierung von rechts unterschlagen.

 

Rolf Süßmann, Pressesprecher des AfD-Kreisverbandes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, schrieb auf Facebook zu einer „Päckchenaktion“ im Wahlkreisbüro des Landtagsabgeordneten André Barth in Freital: „Unser Ziel war es, wie auch schon letztes Jahr, denen wenigstens etwas zu helfen, die in der ganzen ‚Flüchtlingsdebatte‘ zu kurz kommen, da Linke, Grüne und andere Altparteien medienwirksam lieber denen helfen, die hier eigentlich nix zu suchen haben.“ Der Bezug auf Obdachlose als neues Fürsorgeobjekt der extremen Rechten überrascht auf den ersten Blick. Denn die Konservativen fordern üblicherweise die Verdrängung und Vertreibung von sozialen Randgruppen aus den Innenstädten. Genau diese Klientel ereifert sich nun zusammen mit der AfD als ihrer politischen Vertretung, über die Vernachlässigung deutscher Obdachloser.

Noch obskurer der positive Bezug bei der neonazistischen Rechten auf Obdachlose. Sie stehen in einer Tradition der Zeit des Nationalsozialismus, in der soziale Randgruppen als „Asoziale“ verfolgt, inhaftiert und ermordet wurden. Der Sozialdarwinismus der Gegenwart zeigt sich in 28 Morden an Obdachlosen von Neonazis seit 1989. Doch die mediale Propagierung der Hilfsaktionen der letzten Zeit in den sozialen Netzwerken allein als Imagekampagnen zu verstehen, greift zu kurz.

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http://www.der-rechte-rand.de/archive/2868/kein-herz-obdachlose/

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