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March 15 2018

Strategisch manipulierte Migration als Kriegswaffe


Es scheint, dass dieser Flüchtlingsstrom objektive Gründen hat: bewaffnete Konflikte und Kriege wurden in Libyen, Syrien und Irak seit vielen Jahren geliefert, während die Situation in Palästina und Afghanistan auch turbulent ist. In Tunesien und Ägypten, in der Zwischenzeit, die beide den arabischen Frühling erlebt haben, lässt die Situation auch sehr zu wünschen übrig. Kaum jemand nimmt Kenntnis von Bahrain, wo Widerstands-Proteste jahrelang brutal niedergeschlagen wurden, während im Jemen Luftangriffe sogar auf Hochzeits-Prozessionen ausgeführt werden. Die Lage dieser beiden Staaten ist nicht sehr bequem, aber – da gibt es einfach nichts wohin man fliehen könnte. Es gibt auch ein anderes wichtiges Detail: für muslimische Flüchtlinge in Saudi Arabien werden Lager erstellt, aber aus irgendeinem Grund geht niemand dorthin. Als letztes Mittel bleiben sie in Jordanien und in der Türkei.

Gibt es denn irgendeinen allgemeinen Grund für ihren verzweifelten Wunsch, so weit entfernt von ihrer Heimat zu fliehen? Wohlhabende Verwandten, die sich vielleicht schon in der Europäischen Union niedergelassen haben? Oder Geschichten über Sozialleistungen, mit denen sie bequem leben könnten? Schließlich müssen sie, um eine solche Reise zu machen, die Schlepper stattlich bezahlen. Einigen Berichten zufolge nehmen diese Schmuggler zwischen $4.000 und $10.000, um einen einzelnen Flüchtling aus Syrien oder Libyen nach Europa zu transportieren. Auch wenn diese Person reiche Verwandte im Ausland hat, ist das Empfangen von Geld per Banküberweisung im kriegszerrütteten Syrien nicht möglich. Einen Transport auf Kredit organisieren verlangt eindeutig bestimmte Garantien, besonders wenn man bedenkt, dass die Boote oft im Mittelmeer sinken.

Wer gibt die Garantien, die Hunderttausende Menschen antreiben, um aus anderen Kontinenten nach Europa zu fliehen und warum?

Forscher haben eine sehr interessante Tatsache im Zusammenhang mit der Nutzung von sozialen Netzwerken entdeckt. Es ist ans Licht gekommen, dass Anrufe auf Twitter für Flüchtlinge, um nach Deutschland zu reisen, hauptsächlich aus den USA kamen [1]. Die mit dieser Praktik in anderen Ländern verbrachte Zeit war nicht umsonst – vom Iran während der Präsidentschaftswahlen von 2009 bis zu Ägypten und Tunesien, wo die Rolle der sozialen Netzwerke bei der Mobilisierung der Bevölkerung beachtlich war.

Was wir jetzt sehen, ist die praktische Umsetzung theoretischer Berechnungen strategischer Natur. Solche Strategien sind seit langer Zeit in Entwicklung. Dazu zählt eine Studie vom Belfer Center für Wissenschaft und internationale Angelegenheiten an der Harvard University, die den Namen trägt «Strategic Engineered Migration as a Weapon of War» [2], welchen der Autor auch für den Titel dieses Artikels verwendet. Die Studie erschien zunächst in 2008 in der Zeitschrift Civil Wars [Bürgerkriege]. Mit einer Kombination von statistischen Daten und Fallstudie-Analysen liefert der Autor des Werkes, Kelly Greenhill, Antworten auf folgende Fragen: können Flüchtlinge eine bestimmte Art von Waffe sein, kann diese Waffe nur in Kriegszeiten verwendet werden oder auch in Friedenszeiten und wie erfolgreich kann ihre Verwendung sein? Im Großen und Ganzen beantwortet Greenhill diese Fragen bejahend.

In der Tat haben Forscher am Belfer Center, zusammen mit Forschern aus anderen Abteilungen an der Harvard University, am Entwurf von Strategien zur Konfliktbewältigung im Zusammenhang mit breiteren außenpolitischen Themen jahrelang gearbeitet. Der Direktor des Belfer Center, Graham Allison, war Staatssekretär der Verteidigung in der Clinton-Administration. Außerdem finanziert das Zentrum auch die Forschung einer speziellen Task Force, die Russland gewidmet ist.

Die USA tuen nur so als sympathisierten sie mit Europa, das durch die Migrations-Welle schwer getroffen ist. In einem neuen Artikel [3] von Richard Haass, Präsident der einflussreichen globalistischen Organisation „Council on Foreign Relations“, der sich mit europäischen Themen beschäftigt, war die Verwendung des Wortes „to manage“ [verwalten] im Hinblick auf die Migrations-Krise in der Europäischen Union kein Zufall. Die Probleme Europas durch den Zustrom von Flüchtlingen genießend, stellt Haass fest, dass die USA sowohl eine Verpflichtung zur Hilfe gegenüber der Europäischen Union hätten, als auch strategische Interessen in Bezug auf Deutschland und Europa als Ganzes. Trotz dieser «Verpflichtung zu helfen", gab es jedoch überhaupt keine Hilfe aus den USA, weder bei der Kontrolle des illegalen Eindringens in europäische Länder noch bei der vorübergehenden Ansiedlung von Flüchtlingen.

Es gibt auch eine weitere interessante Tatsache. Am 15. September unterzeichnete Barack Obama eine Executive Order zum Einsatz von Techniken der Verhaltensforschung in der öffentlichen Verwaltung. Der jüngste Zweig des Behaviorismus, bekannt als «Nudge“ [schubsen], ist nichts anderes als der letzte Schrei, um Menschen zu manipulieren. Die Hand von Cass Sunstein, der zuvor im Office of Information and Regulatory Affairs in der Obama-Regierung arbeitete, kann hier klar gesehen werden. Zusammen mit einem britischen Kollegen, war er Co-Autor des Buches Nudge: Improving Decisions about Health, Wealth and Happiness, in dem psychologische Manipulations-Techniken im Rahmen des alltäglichen Lebens hinter schönen Worten verborgen sind [4]. (Übrigens ist Sunsteins Ehefrau Samantha Power, US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen.) Es gibt keinen Zweifel, dass die ’Nudge’-Technik weit über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus verwendet wird.

Die effektivste Waffe jedoch, bildlich und buchstäblich gesehen, könnten möglicherweise diese Migranten sein, fähig eine kleine Guerillagruppe einzurichten, um subversive Terroranschläge auf neuem Gebiet auszuführen. Es ist eher interessant zu bemerken, dass die USA nicht nur Gastgeber spielen für diejenigen, welche als die ’vielversprechendsten’ dafür erscheinen, sondern ihnen auch Flüchtlings- und Aufenthaltsrecht, sowie den offiziellen Schutz der US-Regierung gewähren.

Soweit man von einem vor kurzem zugespielten internen Dokument beurteilen kann, besagt ein Sonderbericht, der durch das US Department of Homeland Security an den US-Kongress für das Geschäftsjahr 2014 vorbereitet wurde, zur Frage der Migration, dass im Jahr 2014, das US Citizenship and Immigration Services 1591 Ausnahmen [5] bei persönlichen Antragstellern, für Flüchtlingsstatus, Aufenthaltsrecht und den offiziellen Schutz der US-Regierung macht. Und das aller- interessanteste ist, dass in dem einen oder dem anderen Fall, alle diese Menschen Verbindungen mit Terrorgruppen und umfangreiche Erfahrung in subversiven Aktivitäten haben.

Die Liste enthält alte Verbündete von Washington wie Exilkubaner, Kosovo-Befreiungsarmee Kämpfer, die aus irgendeinem Grund nicht gut in ihrem eigenen künstlich geschaffenen Staat leben können und viele andere verdeckte und offene Verbündete der USA. Es sind Mitglieder der Nationalistischen Republikanischen Allianz aus Salvador, höchstwahrscheinlich diejenigen, die politische Gegner während des Kalten Krieges erschossen haben, und die sich jetzt vor der Justiz verstecken. Es sind Kämpfer aus der demokratischen Bewegung für die Befreiung der eritreischen Kunama – Ethno-Separatisten -, die gegen die eritreische Regierung sind. Es gibt die Tigray Volksbefreiungsfront von Äthiopien und die Oromo Liberation Front aus dem gleichen Land.

Die Liste enthält auch Aktivisten von der birmanischen Chin National Front und ihrem militärischen Flügel, der Chin National Army, die Mitglieder der sogenannten „Unrepresented Nations Peoples Organization“ (UNPO) sind. Mitglieder der „Karen National Union“, einschließlich der Kämpfer der „Karen National Liberation Army“ (eine Ethnie in Thailand und Birma) erhielten auch eine Quote, um in den USA vor Ort zu leben.

Ein Flüchtlingsstatus wurde 49 ehemaligen irakischen Bürgern gegeben, durch die irakische demokratische Partei, die kurdische demokratische Partei und die Patriotische Union von Kurdistan. Die Liste der „1519 Ausnahmen“ enthält auch Mitglieder anderer Organisationen, die sich viele Jahre bewaffneten Konflikten verschrieben haben.

Man kann nur spekulieren über die Art der zukünftigen Kriege, die die USA im Auge haben, wenn sie planen, solche spezifische Migranten als Waffe zu benutzen.

Reposted fromFreeminder23 Freeminder23

March 12 2018

9709 b9c8 500

biwomensupport:

by queeravenger

This post is going to explore how biphobia, misogyny, and rape culture intersect at an institutional level to cause the disproportionate rates of sexual violence seen against bisexual women.

Trigger warnings: discussion of rape, corrective rape, sexual assault, sexual harassment, intimate partner violence, abuse, victim blaming, depression, PTSD, suicide, and some graphic examples of biphobic victim blaming

Bisexual women have the highest rates of rape and sexual assault

  • Bisexual women have a 46.1% chance of being forcibly raped. This rate is 2.6 times higher than straight women and 3.5 times higher than lesbian women. Bisexual women also have a 74.9% chance of being coercively raped or sexually assaulted. This rate is 1.7 times higher than straight women and 1.6 times higher than lesbian women (source).
  • 78% of bisexual women report lifetime sexual victimization. Bisexual women report more severe adult victimization and significantly greater rates of revictimization (source).
  • So why is this happening?
  • Bisexual women are hypersexualized. We are stereotyped as promiscuous, slutty, dirty, and always interested in sexual attention. Men are taught by our culture to view bisexual women as sexual objects whose purpose is to fulfill their sexual desires, making it that much easier to disrespect bisexual women’s consent and justify sexual violence against us. This is closely tied to the victim blaming stereotypes that are used to invalidate any victim who can be viewed as too sexual and therefore not a valid victim. As Shiri Eisner put it, “what we have to say about [sexual attention], and whether or not we want to be sexual with anyone, just doesn’t matter. Because our bisexuality is made out to be not about us, but about cishet men” (source).
  • Bisexual women are fetishized. We are seen as sexual objects, as walking porn fantasies, as one-third of a threesome, rather than actual human beings. This causes sexual harassment, sexual assault, abuse, and rape that are specific to (one-male, two-female) threesome fantasies. Bi women frequently report experiences of men soliciting them for threesomes the moment they discover their bisexual identity, which is a form of degrading sexual harassment. Bi women report similar experiences with online dating profiles, even if their profile explicitly states that they are not interested in threesomes. Bi women are also coerced or forced into threesomes because of this.
  • Other biphobic stereotypes about bi women contribute to sexual assault. For example, we are also stereotyped as pretending to be bisexual specifically for men’s attention, which frames things like sexual harassment, assault, and rape as forms of “attention” that we wanted to receive.
  • Bi women are sometimes correctively raped. Corrective rape is a hate crime in which someone is raped because of their sexual orientation or gender identity. Bisexual women experience corrective rape as a form of punishment for being bisexual, usually with the goal of making them heterosexual.
  • Although much of this is related to the way men (especially cis, straight men) are taught to view bisexual women, and although most of the sexual violence against bisexual women is perpetrated by men, people of any gender are capable of believing these stereotypes and perpetuating sexual violence against bisexual women.

Bisexual women have the highest rates of intimate partner violence

  • Bisexual people report significantly higher rates of emotional, financial, sexual, and physical intimate partner violence compared to gay and lesbian people (source).
  • 49.3% of bisexual women are victims of severe physical intimate partner violence. Bisexual women have a 61.1% lifetime prevalence of rape, physical violence, and/or stalking by an intimate partner (source).
  • Why?
  • Abusers tend to target marginalized people, period. Marginalized people are already in a position to have lower self-esteem, be less likely to have supportive friends, family, and communities, have less access to services like counseling and healthcare, be more likely to be treated poorly if they report, and on and on. This is painfully true for bisexuals, because we are not only unsupported by society at large but also often rejected from gay and lesbian spaces and denied their support.
  • Abusive partners sometimes use biphobia to perpetuate sexual violence against their bisexual partners. Abusers might coerce or force their bisexual partners into unwanted sexual acts or threesomes because they are bisexual and they’re “supposed” to want to do those things. Some abusers force their bisexual partners into unwanted open or polyamorous relationships, or expect their bisexual partners to tolerate cheating. 
  • Abusers draw on society’s biphobic narratives to reinforce and legitimize their abuse. For example, it’s common for abusers to say abusive things to their victims like this: “I know you’re cheating on me.” “No one else will ever love you.” “I know you’re lying to me.” But watch how the abuse is strengthened by biphobia: “I know you’re cheating on me, because everyone knows bisexuals are cheaters.” “No one else will ever love you, because no one wants to date a bisexual.” “I know you’re lying, because bisexuals aren’t trustworthy.” And sometimes, biphobia itself is the abuse. “You have to call yourself straight/gay/lesbian if you’re going to be with me.” “I will out you as bisexual if you don’t [do this].” When a bi person being abused hears the same biphobic stereotypes they’ve heard their whole life, it’s not just coming from their abuser - it feels like the whole world agrees. It’s a strategy to make victims feel even more powerless.

Bisexual women have the lowest rates of social support after disclosing victimization

  • (source)
  • Bisexual women have low social support to begin with. Bisexual people have less social support from family and friends (source). Bisexual people are less likely to be out of the closet than gay and lesbian people (source). Bisexual women and lesbians have comparable rates of mental distress in non-urban areas, but while lesbian women’s mental distress lowers significantly in urban areas, bisexual women’s nearly double. Researchers believe this is because of the lack of social support for bisexual women from lesbian and gay communities (source).
  • Biphobic stereotypes about bisexual women create barriers to social support after disclosing trauma. For example, we are stereotyped as untrustworthy liars, which leads to people being less likely to believe or support bi women survivors. The stereotypes of bisexual women as promiscuous and slutty lead to victim-blaming and the belief that either we were not raped or that it was our fault. The stereotype that bisexual women are lying for attention, combined with the widespread belief that women lie about being raped for attention, also contributes to this.
  • Bisexual women are often excluded from LGBT communities and have difficulty finding bisexual communities. If they can find a community, the chances of it being a safe space for bi women survivors are quite slim. LGBT and bi communities continue to have problems addressing intra-community issues of misogyny and rape culture.
  • Sexual assault resources cater to cisgender straight women. LGBT recovery resources are rare, and they usually cater to cisgender gay and lesbian victims. These resources are often unhelpful for bi women, or even unsafe or hostile towards them - although bisexual women survivors report reaching out to the greatest number of formal support resources, they were the least likely to report these resources as helpful (source). There are no known rape recovery resources specifically for bisexual women, other than this blog.
  • Other resources, such as counseling, also often have problems of misogyny, biphobia, and rape culture. Bisexual people often report negative experiences with mental healthcare providers who view their bisexuality as a symptom of mental illness to be overcome. Bisexual people sometimes even experience conversion therapy when seeking out counseling from someone who pressures them to adopt a straight or gay identity instead of a bisexual one. In the same study mentioned above, bisexual women survivors were the most likely to speak to a psychologist, psychiatrist, or mental health professional, but, again, the least likely to report these services as helpful (source).

Bisexual women have the highest rates of depression and PTSD post-rape

  • (source)
  • Bisexual women have higher rates of mental illness to begin with. 45.4% of bisexual women have considered or attempted suicide. This compares to 34.8% for bisexual men, 29.5% for lesbian women, 25.2% for gay men, 9.6% for straight women, and 7.4% for straight men (source). Bisexual people report higher rates of anxiety, depression, suicidality, and negative affect compared to their gay and heterosexual counterparts (source).
  • Bi women survivors are more likely to have experiences that increase the likelihood of depression. Depression after sexual violence is often related to a lack of support, lack of access to recovery resources, feelings of isolation, and experiences of victim blaming - areas in which bisexual women are much worse off.
  • Similarly, bi women survivors are more likely to have experiences that lead to PTSD. PTSD after sexual violence can be related to the traumatic nature of the sexual violence itself or to retraumatizing experiences in the aftermath, and bisexual women survivors experience unique and frequent retraumatization. For example, bisexual women frequently encounter degrading and sexually objectifying language about themselves from society at large as well as from the LGBT community - bi women are described as “slutty,” “dirty,” “sexually available to men,” “cocksuckers,” “dick-worshippers,” “bihets,” and so on. Such language is sexually objectifying and misogynistic towards all bisexual women, and very triggering to those of us who have been assaulted or raped by cis men. Experiencing frequent sexual harassment like unwanted sexual attention and threesome proposals is also retraumatizing. Bisexual women also report higher rates of revictimization, which is extremely retraumatizing and associated with higher chances of developing PTSD.
  • The inaccessibility of mental health resources for bi women survivors makes it difficult for us to cope with and recover from mental illness.

Other reasons

  • Bisexual people are more likely to be disabled, transgender and people of color, meaning that disabled bisexual women, trans bisexual women, and bisexual women of color are dealing with ableism, transmisogyny, and/or racism on top of biphobia, misogyny, and rape culture. This significantly increases their chances of facing sexual violence and intimate partner violence. If they do, they are even more likely to experience depression, PTSD, and low social support. It is also important when analyzing the above statistics to keep in mind that white, cisgender, and abled bisexual women have lower chances of these negative experiences.
  • Bi women survivors who didn’t figure out their bisexual identity until after their trauma, or who were closeted to their abusers and rapists, are still impacted by all of this. Marginalization, even when not obvious or announced, still makes people more vulnerable to abuse and violence. Issues like low social support, inaccessible recovery resources, and higher rates of mental illness are problems for these bi women survivors as well.
  • Since this issue is largely invisible and misunderstood, there are no known sexual violence prevention efforts specific to bisexual women.

Resources

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March 10 2018

March 09 2018

Spaltung der Bevölkerung in sich bekämpfende Gruppen – Die Strategie der multipolaren Konfrontation


Es ist von großer Wichtigkeit, aus der unmittelbaren, oft emotionalen Verflochtenheit in die täglichen Ereignisse des Zeitgeschehens immer wieder zurückzutreten und den Überblick und Zusammenhänge zu suchen. Dann kann man bemerken, dass vieles Ausdruck von politischen Methoden und Strategien ist, mit denen planmäßig bestimmte Ziele der Herrschenden verfolgt werden. Die Bevölkerung ist da oft nur Manövriermasse, in der Gruppen gegeneinander ausgespielt werden, um ein Aufwachen und  geschlossenen Widerstand zu verhindern. Manches gelingt allerdings auch nicht.

Das Konzept z. B., durch das ungeheure Lügengebäude über die ab 2014 eskalierende Ukraine-Krise1 Russland als den Schuldigen darzustellen und die europäische Bevölkerung gegen Russland aufzubringen und langfristig eine europäisch-russische Feindschaft zu erzeugen, ist bisher gescheitert. Dies wurde bereits am Ende des vorangegangenen  Artikels dargestellt.2 Insbesondere in Deutschland sind viele Menschen gerade an der verlogenen Ukraine-Berichterstattung zu einer kritischen Haltung gegenüber der regierungstreuen „Lügenpresse“ aufgewacht.

Die Ukraine-Lügen werden zwar noch immer aufrechterhalten, sind aber in den Hintergrund getreten. Denn die USA wollen als angebliche Demokratie immer das Gesicht wahren und brauchen die allgemeine Zustimmung der eigenen wie auch der Bevölkerung der jeweils benötigten Vasallenstaaten, um zu offenen militärischen Aktionen zu schreiten. So schrieb der US-Geostratege Brzezinski:

Da Amerika im eigenen Land strikt auf Demokratie hält, kann es sich im Ausland nicht autokratisch gebärden. Dies setzt der Anwendung von Gewalt von vornherein Grenzen, besonders seiner Fähigkeit zu militärischer Einschüchterung. Nie zuvor hat eine volksnahe Demokratie internationale Vormachtstellung erlangt. Aber das Streben nach Macht wird kein Volk zu Begeisterungsstürmen hinreißen, außen in Situationen, in denen nach allgemeinem Empfinden das nationale Wohlergehen bedroht oder gefährdet ist.“

Ja, vielfach sei die Zustimmung der Bevölkerung für das internationale Engagement der USA erst aufgrund besonderer Ereignisse erfolgt, wie zum Eintritt Amerikas in den Zweiten Weltkrieg durch die „Schockwirkung, die der japanische Angriff auf Pearl Harbour ausgelöst hatte.“ 3

So findet nur ein leiser martialischer Aufmarsch der Nato im Baltikum und in Polen zum „Schutz“ der osteuropäischen Staaten statt. Man wartet wohl auf eine nächste Gelegenheit, ein neues inszeniertes oder provoziertes Ereignis, durch das die Emotionen der Menschen erregt und für die geplante Sache gewonnen werden können.

Gefahr der Islamisierung

Parallel wird eine weitere Strategie verfolgt, die zum Ziel hat, eine geschlossene Haltung der Bevölkerung gegen die seit Anfang des Jahrhunderts aufgebaute Gefahr des Islam dadurch zu verhindern, dass die Bevölkerung in unterschiedliche Gruppierungen gespalten wird, die sich gegenseitig bekämpfen. Der Geisteswissenschaftler und Philosoph Lars Grünewald bezeichnet dies als Strategie der multipolaren Konfrontation. Strategie deshalb, weil diese Dinge ja nicht einfach so zufällig entstehen, das muss man sich klarmachen, sondern insbesondere durch die Meinungsmacht der Medien gezielt erzeugt werden.

Die geschaffene globale Gefahr des Islam4 hatte eine Verschärfung durch die mit bestialischen Grausamkeiten in Syrien bekannt gewordene Terrorgruppe „Islamischen Staat“ erhalten, der seine Entstehung eben auch der amerikanischen Invasion und Politik im Irak verdankt.5 Insbesondere viele IS-Kämpfer aus Europa, ca. 5.000 von insgesamt ca. 40.000, von denen immer mehr nach Europa zurückkehren, erhöhen die Gefahr der Radikalisierung des sowieso schon fundamental radikalen Islam bei den Massen islamischer Flüchtlinge und Migranten, denen die herrschenden Eliten alle Tore geöffnet haben.

So war klar, dass sich in wachsamen Teilen der Bevölkerung Angst vor einer schleichenden Islamisierung des eigenen Landes, ja der ganzen abendländischen Zivilisation breit machte. Sie führte zu größeren Demonstrationen in Deutschland, etwa die der „Hooligans gegen Salafisten“ oder zur Gründung der „Pegida-Bewegung“, der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“, aus der die seit 2014 regelmäßig stattfindenden Montags-Demonstrationen in Leipzig hervorgegangen sind.
Wie konnte man verhindern, dass sich dies zu einem Widerstand der ganzen Bevölkerung auswächst?

Methoden der Spaltung

Als erstes wurden in den Medien über die Namen dieser Bewegungen und dieser Protestaktivitäten  Antipathien hervorgerufen, wie Lars Grünewald beschreibt.
„´Hooligans gegen Salafisten` stellt den normalen Bürger Deutschlands zunächst vor die Frage, mit welcher Gruppe er sich denn eher identifizieren möchte, mit den Hooligans oder den Salafisten. Und das Ergebnis ist voraussehbarerweise, dass beide Gruppierungen als antipathisch erscheinen.“
Bei dem Namen der Pegida-Bewegung „wird man zunächst vermutlich allgemein der Auffassung sein, dass eine Islamisierung Europas und der westlichen Zivilisation keineswegs als wünschenswert erscheint.“ Auf der anderen Seite werden aber die Ausdrücke „Patriotische Europäer“ und die Verwendung des Wortes „Abendland“ so dargestellt und kommentiert, „dass es sich hier um eine hoffnungslos reaktionäre Bewegung handelt, die das Gedankengut nationalistischer, faschistischer, gegebenenfalls nationalsozialistischer Ideologien wiederzubeleben gedenkt und insofern auch allgemeine Ablehnung erzeugen muss.“ 6

Nach dem Eskalieren der Demonstrationen im Oktober 2014 folgte
die unverzügliche soziale Ächtung und Kriminalisierung all dieser Bewegungen durch die deutschen Leitmedien, verbunden mit dem unvermeidlichen Nazi-Vorwurf und der Aufforderung zu umfangreichen Gegendemonstrationen. Diese haben dann auch stattgefunden und haben dazu gedient, wie gewünscht das politische Klima weiter aufzuheizen. Die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus einerseits, der Kampf einiger Gruppen gegen die Islamisierung des Abendlandes und der daraus entstehende Kampf gegen die „nationalistisch“ orientierten Bewegungen füllten die Schlagzeilen, bestimmten das politische Klima in Deutschland, heizten es immer weiter auf.“  

Das islamistische Attentat auf das französische Satire-Magazin Charly Hebdo am 7. Januar 2015 mit 17 Toten und weiteren Toten in den folgenden Tagen führte zu einer weiteren Eskalation der beschriebenen Entwicklung.
„Hier wurde von den Medien eine Stimmung des allgemeinen Zusammenstehens der westlichen europäischen Zivilisation gegen die islamische Bedrohung erzeugt und protegiert. Und es wurde die Bevölkerung zu umfangreichen Solidaritätsbekundungen mit Charly Hebdo aufgerufen. Dazu wurden auch gleich entsprechende Formen und Motive angeboten, bei denen das Wichtige ist, dass die Solidarisierung mit der Zeitschrift Charly Hebdo vorbehaltlos, nämlich „Ich bin Charly Hebdo“, geschah und nicht etwa nur partiell, nämlich in Bezug auf die Verteidigung der Presse- und Meinungsfreiheit. Diese fehlende Differenzierung, dass man ja durchaus auf der einen Seite für vollkommene Presse- und Meinungsfreiheit eintreten kann, auf der anderen Seite sich keineswegs unbedingt mit dem solidarisieren muss, was die Presse aus dieser Meinungsfreiheit macht, hat gezielt zur Eskalation des Konfliktes beigetragen.
Denn die vorbehaltlose Identifikation weiter Teile der europäischen Bevölkerung bedeutet eben auch die Identifikation mit dem Gegenstand des Artikels, nämlich den Mohammed-Karikaturen, die von weiten Kreisen der islamischen Bevölkerung als beleidigend empfunden worden sind. Wenn sich nun große Teile der europäischen Zivilisation mit dem, was als beleidigend empfunden wird, solidarisieren, kann das ja nur als eine kollektive Beleidigung empfunden werden. Und das wird natürlich weitere Attentate und weitere Todesopfer und damit eine weitere Aufheizung der politischen Szenerie, des politischen Klimas zur Folge haben. Somit werden also durch die Solidarisierung mit den Mohammed-Karikaturen aggressive Gegenreaktionen geradezu provoziert. Und was sich damit in gewissem Sinne selber inszeniert, ist gerade derjenige Kampf der Kulturen, der „clash of zivilisations“, der im Mittelpunkt von Huntingtons Konzept gestanden hat.“

Man sieht, dass hier ganz gezielt subtile Methoden der Steuerung der Bevölkerung durch die Medien eingesetzt werden, wie L. Grünewald hervorhebt, um diesen „Clash of Civilisations“ tatsächlich hervorzubringen. Denn von alleine oder nur aufgrund aggressiver Ambitionen des Islam entfalte sich ein solcher Konflikt nicht; dazu bedürfe es einer entsprechenden gezielten politischen und medialen Anheizung.

Strategie der multipolaren Konfrontation

Machen wir uns die Strategie hinter den Ereignissen bewusst. Millionen von Menschen aus islamischen Ländern dringen seit Jahren in den westlichen Kulturkreis ein. Radikale Angehörige des Islam verüben gezielt terroristische Attacken auf Teile der Bevölkerung. Dies löst in der Bevölkerung unterschiedliche Reaktionen aus. Eine Gruppierung betrachtet nur den islamistischen Terror als Gegner, den Islam selbst aber als eine zu tolerierende Religion wie jede andere auch. Eine andere Gruppierung sieht jedoch nicht nur im Terrorismus, sondern auch im Islam ganz allgemein und in den islamischen Expansionsbestrebungen eine Bedrohung.

Beide sind Terrorismus-Gegner, doch ihre unterschiedliche Haltung zum Islam spaltet sie. Solche, die auch gegen den Terrorismus sind, sehen sich auf der anderen Seite veranlasst, den Islam als harmlos darzustellen und unter den Parolen „Kampf gegen rechts“, „Kampf gegen Nationalismus“, „Kampf gegen Intoleranz“ und dergleichen gegen die Islam-Gegner zu kämpfen.

„Die multipolare Konfrontation beruht also auf der Zersplitterung zunächst einheitlich agierender Gruppen so, dass die Gruppe in zwei Teilmengen gespalten wird, die einander dann bekämpfen, weil sie nicht mehr gemeinsame Gegner haben, sondern gerade deswegen eine interne Gegnerschaft ausbilden, weil sich die einen mit einem bestimmten Gegner solidarisieren, etwa dem Islam als solchem, während die anderen genau diese Gruppierung als Gegner auffassen. Und wenn dieses Prinzip nun konsequent fortgesetzt wird, dann spalten sich auch wiederum die durch Abspaltung entstandenen Gruppen. Also die Pegida zerfällt in unterschiedliche Richtungen, die AfD zerfällt in unterschiedliche Fraktionen, und es entstehen immer kleinere Splittergruppen.“ 7

Darauf sieht man, wie durch die Medien weitere Splitterungen der Bevölkerung provoziert werden. Silvester 2016 wurden in großem Umfang Frauen durch überwiegend islamische Ausländer sexuell belästigt. Für diejenigen Menschen, die liberal und tolerant dem Islam und den hereingekommenen Moslems gesonnen sind, entstand nun das Dilemma, beide, die islamischen Ausländer und natürlich die Frauen auf der Seite schützenswerter Existenzen zu finden. Indem nun aber die Medien berichten und dokumentieren, dass muslimische Ausländer Frauen angreifen, muss sich die Tendenz ergeben, dieses Lager wiederum in zwei Teilgruppierungen zu spalten.

„Nämlich eine Gruppierung, die sinngemäß sagt: Wenn jetzt Ausländer Frauen angreifen, dann ist ein gewisses Maß der Toleranz überschritten, denn Frauen sind selbstverständlich nicht nur gegen Übergriffe Deutscher, sondern auch gegen Übergriffe von Ausländern zu schützen, und dann müssen diese Ausländer bestraft und gegebenenfalls als Kriminelle ausgewiesen werden. Die andere Teilgruppierung sieht bereits darin aufkeimenden Rassismus und wendet sich dagegen, dass hier jetzt nationalistische dumpfe Vorurteile gefördert und verbreitet werden durch diese Auffassung eben, dass man Ausländer bestrafen müsse, wenn sie Frauen sexuell belästigen. Dadurch geschieht wiederum eine Spaltung einer zuvor in Bezug auf ihre Wertevorstellungen homogenen und einheitlichen Gruppe.“ 8

Eine nächste Aufsplitterung entstand dadurch, dass das BKA und andere davor warnten, mit den Flüchtlingen auch wirkliche oder potenzielle Terroristen nach Deutschland eingereist seien – worauf ja jeder normal denkende Mensch von selber kommen kann, wenn auf umfangreiche Einreisekontrollen verzichtet wird. Auch die Befürworter der unbegrenzten Flüchtlingsaufnahme sind natürlich gegen das Eindringen von Terroristen nach Deutschland. Eine Gruppierung votiert nun dafür, zu einer restriktiveren Flüchtlingspolitik zurückkehren. Eine andere sieht darin wieder eine Diffamierung von Flüchtlingen, die unter Generalverdacht gestellt würden. An dem Prinzip des ungehinderten Zustromes dürfe prinzipiell aus Gründen der Menschenfreundlichkeit nichts geändert werden.
Wiederum entsteht eine immanente Opposition, indem solche Menschen, die prinzipiell der Zuwanderung positiv gegenüberstehen, gespalten werden.

Das hat für den einzelnen Menschen eine einschneidende Bedeutung. Er steht jetzt nicht mehr wie noch im Kalten Krieg vor der einfachen Entscheidung von Pro und Contra, sondern ist jetzt angesichts einer immer mehr wachsenden Zahl von Splittergruppen zu vielfältigen individuellen Stellungnahmen gezwungen. L. Grünewald nennt die Summe aller individuellen Stellungnahmen eines einzelnen Menschen sein individuelles „Positionierungs-Profil“, in dem seine gesamten Sympathien und Antipathien gegenüber den unterschiedlichen politisch relevanten Gruppierungen eingegangen sind.

„Nun wird ein solcher Mensch nur mit solchen anderen Menschen vorbehaltlos zusammenarbeiten und an einem Strang gesellschaftlich ziehen, der dasselbe individuelle Positionierungsprofil besitzt, der also in seinen Vorlieben und Abneigungen mit ihm weitgehend lückenlos übereinstimmt. Bei einer solchen Vielzahl unterschiedlichster Positionierungsmöglichkeiten ist aber die Chance, vollständig Gleichgesinnte zu finden, sehr gering, und sie wird immer geringer. Stattdessen wächst die Möglichkeit, trotz weitgehender Übereinstimmungen, an bestimmten Diskrepanzen, bestimmten nicht mehr miteinander zu vereinbarenden Einstellungen, Konflikte entstehen zu lassen und sich als gesellschaftliche Gruppierung wiederum auseinanderzudividieren.“ 9

Lähmung der Bevölkerung

Das bedeutet, dass die Menschen in der Summe immer weniger in der Lage sind, zusammenzuarbeiten. Nur durch Zusammenarbeit können aber von der Bevölkerung gesellschaftliche Veränderungen und Reformen erreicht werden. Sie verschwinden daher immer mehr aus dem Bereich des Möglichen.

Das ist gerade der Sinn dieser Strategie. Die Bevölkerung soll in immer kleinere Splittergruppen zerlegt werden, „die sozusagen systematisch Antipathien entfalten gegen mindestens eine andere Splittergruppe, mit der ein potentieller Mensch, der mit mir zusammenarbeiten könnte, sympathisiert. Und aufgrund dieses Interessenunterschiedes, dieses Neigungsunterschiedes, ist dann eine vorbehaltlose Zusammenarbeit nicht mehr möglich. Es entstehen jetzt also, wenn wir wiederum die Menschen, die dasselbe Positionierungsprofil besitzen, in eine Menge zusammenfassen, immer kleinere und am Ende schließlich verschwindend kleine Schnittmengen, die aus solchen Menschen bestehen, die noch miteinander arbeiten können, ohne grundlegende weltanschauliche Differenzen aufzuweisen.

Auf diese Weise wird das Oppositionspotential beständig zersplittert und schwächt sich damit ab. Das ist nichts anderes als der Zerfall der Zivilgesellschaft, der heute bereits stattgefunden hat und den ich für nicht umkehrbar halte. Die Menschen werden, soweit ich sehen kann, so sehr von ihren eigenen Sympathien und Antipathien getrieben, dass sie nicht in der Lage sind, mit genügend vielen Menschen zusammenzuarbeiten und tatsächlich gesellschaftliche Veränderungen in relevantem Maße zustande zu bringen. Die Gesellschaft ist also primär in innere Kämpfe verstrickt. Das ist die wichtigste politische Erscheinung unserer Zeit. (…) Dies geschieht mit großem Erfolg, und die Spaltung der Gesellschaft ist so weit vorangeschritten, dass von einer einheitlichen Zivilgesellschaft inzwischen nicht mehr die Rede sein kann.“ 10

Während die Zivilgesellschaft, von den Medien gelenkt, mit ihrer eigenen Zerstörung vollauf beschäftigt ist, bleiben so die wirklichen Entscheidungsprozesse und die Gestaltung der Gesellschaft bei den politischen und wirtschaftlichen Eliten, die unbehelligt und unkontrolliert von der Zivilgesellschaft nach ihren Zielsetzungen gestalten können. „Droht sich die Antipathie gegen die Initiatoren, also gegen die Strategen zu richten, von denen diese Gestaltung ausgeht, wird sofort über die Medien ein neuer Gegner serviert oder ein alter wieder aufgewärmt und das Aggressionspotential, die Antipathie, darauf abgelenkt.“  

Bei der Urteilsabhängigkeit vieler Menschen von der öffentlichen Meinung fällt es den Medien nicht schwer, die Emotionen der Menschen so zu instrumentalisieren, dass sie in der Regel nicht dort ihre Gegner sehen, „wo sie wirklich sind, sondern dort, wo ihnen suggeriert wird, dass sie seien.“


1    Vgl. Die Verdrehungen im Ukraine-Konflikt
2    Die US-inszenierten Konfrontationen anderer
3    Brzezinski: Die einzige Weltmacht, Frankfurt/M, S. 59, 45
4    Vgl. Anm. 2
5    Vgl. Das Zerstörungswerk der USA im Irak
6    Lars Grünewald Video 4/7 ab min. 4.06
7    Lars Grünewald a.a.O. ab min. 12.13
8    Lars Grünewald a.a.O. ab min. 14.19
9    Lars Grünewald a.a.O. ab min. 18.25
10  Lars Grünewald a.a.O. ab min. 19.50

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March 08 2018

SRF: Die Propaganda-Analyse


srf-propaganda-analyse-600

Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) leistet mit seinen Nachrichten- und Informations­sendungen einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung in der Schweiz. Doch wie objektiv und kritisch berichtet das SRF über geopolitische Themen? Um dies zu überprüfen, wurde erstmals eine systematische Analyse der SRF-Berichterstattung zu einem geopolitischen Ereignis durchgeführt.

Die Resultate sind alarmierend: In allen untersuchten Beiträgen des SRF wurden Propaganda- und Manipulationstechniken auf redaktioneller, sprachlicher und audiovisueller Ebene festgestellt. Beispiele sind die Zuteilung von Redezeit an nur eine Konfliktpartei, die intransparente Kennzeichnung von Drittquellen, die Auslassung von Kontext, tendenziöse Formulierungen, unbelegte Behauptungen und Suggestionen, manipulative Bearbei­tungen von Film­material sowie Falschübersetzungen.

Alle verwendeten Manipulationstechniken fielen zugunsten der Konfliktpartei USA/NATO aus. Insgesamt muss somit von einer einseitigen, selektiv-unkritischen und wenig objektiven Berichterstattung durch das Schweizer Radio und Fernsehen gesprochen werden. Mögliche Ursachen für diesen Befund werden diskutiert.

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https://swprs.org/srf-propaganda-analyse/




March 06 2018

Max Uthoff: „Ein erwachsener Mensch, der mit Stolz eine Militäruniform trägt, ist grundsätzlich ein Fall für die Couch“


Im Interview mit den NachDenkSeiten wirft Max Uthoff einen nachdenklichen, aber zugleich auch mit reichlich Witz und Ironie versehenen Blick auf seine Arbeit und die Berichterstattung der Medien.
Max Uthoff

Herr Uthoff, in einer denkwürdigen Sendung hatten Sie 2015 Argyris Sfountouris eingeladen, der als vierjähriger Junge 30 Verwandte in der griechischen Kleinstadt Distomo durch ein Massaker verloren hat, für das die SS verantwortlich war. Damals ging es in der Anstalt um die griechische Staatsschuldenkrise und Reparationen für Ansprüche Griechenlands im Zusammenhang mit der deutschen Okkupation im Zweiten Weltkrieg. Gewähren Sie uns bitte einen Einblick: Hat die Auseinandersetzung mit diesem Fall bzw. die Begegnung mit Sfountouris Sie verändert? Anders gefragt: Verschärft eine solche direkte Begegnung mit einem Menschen, der so etwas wie Sfountouris erlebt hat, noch einmal den eigenen kritischen Blick auf das Thema „Krieg“?

Es wäre seltsam, wenn nicht. Immer ist es die persönliche Begegnung, die entweder Vorurteile überwindet oder aus Zahlen und Geschichte wirkliches Leid macht und vom Leben erzählt. Argyris Sfountouris‘ Bekanntschaft zu machen und das Privileg, mir von ihm danach noch zweimal bei Kaffee und Kuchen Europa und den Weltenlauf erklären zu lassen, ist einer der wunderbaren Aspekte dieser Fernseharbeit gewesen. Die Sendung rief ja auch in Griechenland ein großes Echo hervor, selbst in den Abendnachrichten freute man sich darüber, mal eine andere Stimme aus Deutschland zu hören als die des Rassisten und Spardiktators, der vom „faulen Griechen“ schwafelt. Jemandem wie Argyris zuzuhören, wenn er von damals spricht und dem Leid, das der Krieg über seine Familie und ihn gebracht hat, schärft das Bewusstsein um die Opfer. Weit weg sterben und leiden Menschen durch Krieg, die wir nicht kennen, die aber sind so wie wir.

Vor kurzem hat in Kassel eine Veranstaltung stattgefunden, bei der es um das Thema „Krieg und Frieden in den Medien“ gegangen ist. Was war Ihre Motivation, an der Medientagung teilzunehmen?

Eine freundliche Einladung verbunden mit dem Bedürfnis, mich mit anderen über den Dissens zu unterhalten, der zwischen Scharfmacherei und tatsächlicher Bedrohung liegt. Nicht zu vergessen die verstörende Schönheit Kassels.

Nun leben wir in Zeiten, in denen es enorme Spannungen zwischen der Nato und Russland gibt und immer mal wieder auch das Wort „Krieg“ in diesem Zusammenhang auftaucht. Wie nehmen Sie diese Situation wahr? Bahnt sich hier, wie schon so oft in der Geschichte, der politische Wahnsinn seinen Weg?

Vergessen wir nicht, dass die, die diese Stimmung forcieren, vor allem Militärs sind. Wir sprechen also von erwachsenen Menschen, die irgendwann den Entschluss gefasst haben, das bisschen Lebenszeit, das uns allen vergönnt ist, mit Gehorsam, Befehlen, Strategiespielen und letztlich mit der Idee zu verbringen, Löcher in andere Menschen zu machen, um deren Leben zu beenden. Ein erwachsener Mensch, der mit Stolz eine Militäruniform trägt, ist grundsätzlich ein Fall für die Couch. Wenn solche Leute dann noch auf Politiker wie Ursula von der Leyen treffen, die den Stahlhelm ihres Vaters aufträgt, dann ist die schlechte Stimmung vorprogrammiert.

Politisch „turbulente“ Zeiten sind sicherlich Wasser auf die Mühlen eines Satirikers. Aber bei der Veranstaltung haben Sie gesagt, dass es Ihnen „angst und bange“ wurde, als sie die „militaristische“ Berichterstattung von so manchem Leitmedium im Zuge der Ukraine-Krise beobachtet haben. Wie konnte es aus Ihrer Sicht zu diesem Journalismus kommen?

Eines wollen wir zunächst festhalten: Russland trägt eine große Mitschuld an der Situation. Ein Land, das sich hartnäckig weigert, seine Rohstoffe und seine Industrie unter das Protektorat des Westens zu stellen und lieber einheimischen Oligarchen statt fremden Investoren den Vorzug gibt, zieht logischerweise den Zorn von Julian Reichelt auf sich. Der Wunsch, es den Russen endlich mal zu zeigen, notfalls unter Einsatz militärischer Mittel, war sicher das Ergebnis einer üblen Melange aus durchgeknallten Nato-Chargen wie Rasmussen, autistischen Transatlantikern in der „Zeit“, dem üblichen Russismus der Springer-Presse und vor allem der skrupelfreien Titelbild-Gestaltung des Spiegel, der alten Landser-Postille aus Hamburg. Was doch beeindruckt, ist, dass trotz Gruppenzwang, Auflagendruck, Machtgelüsten bei keinem der Alpha-Journalisten, die darüber entscheiden, was es auf die Aufmerksamkeitsbühne schafft, hinterher irgendeine Form von Einsicht zu sehen war. Das macht sie tatsächlich zu „Unbelangbaren“ wie Thomas Meyer sie genannt hat.

Was kann ein kritisches politisches Kabarett in Zeiten wie diesen leisten? Und: Wo liegen seine Grenzen?

Tut mir leid, ich habe aufgehört, mir darüber Gedanken zu machen. Die Bewertung der Qualität, der Wirkung oder des Rahmens der eigenen Arbeit darf ich getrost anderen überlassen. Das muss ich nicht auch noch machen.

Sie haben bei Ihrem Auftritt in Kassel gesagt, dass Sie sich als Kabarettist sehr gerne auch mit einzelnen Personen auseinandersetzen. Manchmal – also gerade dann, wenn es um Verantwortlichkeiten auf der „eigenen“ Seite geht – entsteht in der Berichterstattung der Eindruck, dass der Fokus lieber weg von konkret handelnden Akteuren gelenkt wird. Lieber redet man von, zum Beispiel, „der Globalisierung“ und schreibt diesem abstrakten Begriff alles Mögliche zu, als dass die Verantwortlichen für Missstände konkret benannt werden. Ist das auch Ihr Eindruck?

Und: Ist das vielleicht auch einer der Gründe, warum Sie in Ihrem Solo-Programm gerne auch mal auf einzelne Personen den Fokus setzen?

Ja, das ist auch Wirkung des Neoliberalismus. Akteure gibt es nicht, alles ist angeblich ein Naturprozess, der schon alles richten wird. Auch Begriffe sollen überwunden werden. Wer zum Beispiel die SPD heute noch als links bezeichnet, entfernt sich ja von der Politik, der Begriff Armut wird bei uns langsam wegdefiniert und auch „links“/„rechts“ soll ein Begriffspaar aus dem vorigen Jahrhundert sein. Und auch bei den Verantwortlichen werden Akteure kaum noch benannt, weil es eben den Zigarre rauchenden Unternehmer, der als Gegner identifizierbar ist, kaum noch gibt. Sondern „die Investoren“, „die Interessen“ „des shareholder- value“ oder „die Globalisierung“, alles immer gerechtfertigt durch das Mantra „Wettbewerbsfähigkeit“. Deutlich wird das dann, wenn die Profitgier dann doch mal ein Gesicht bekommt, wie beim Käser-Sepp, der sich, um Weltläufigkeit zu simulieren, von aller Welt Jo nennen lässt.

Zum Abschluss noch ein Gedankenspiel: Sie wachen morgen früh auf und Medien berichten durchgehend plötzlich so, wie sie es im Sinne eines kritischen Journalismus eigentlich sollten. Was würden Sie dann sehen? Was würde sich ändern?

Das ist mir zu pauschal. „Die Medien“, die unablässig tendenziös und einseitig berichten, gibt es nicht. Ich würde mich freuen, wenn ich aufwache und es dann von dem guten, genau recherchierten, kritischen Journalismus, den es heute schon gibt, einfach noch viel, viel mehr gibt. Wenn mehr Leute, die als junge idealistische Journalisten begonnen haben, sich gegen die Vorgaben der Alpha-Männchen in den Redaktionen zur Wehr setzen. Dafür schicken wir Josef Joffe zum Stirnölguss nach Südtirol und übertragen Mely Kiyak die Chefredaktion der „Zeit“. I have a dream!



http://www.nachdenkseiten.de/?p=42738#more-42738


March 03 2018

Interview mit der Flüchtlingshelferin Rebecca Sommer


Rebecca Sommer setzt sich seit fast zwei Jahrzehnten für die Rechte indigener Völker ein und hat viele Jahre aktiv in der Flüchtlingshilfe gearbeitet. Durch ihre Erlebnisse in der Arbeit mit Flüchtlingen und die Ereignisse in der Kölner Silversternacht 2015 hat sie viele ihrer Ansichten nach und nach revidiert. Auszüge eines auf polnisch geführten Interviews mit ihr sorgten für heftige Kontroversen. DieKolumnisten dokumentieren das komplette Interview auf Deutsch im Wortlaut, wegen der Länge in drei Teilen.

Rebecca Sommer ist eine internationale, seit 2012 in Berlin sesshafte deutsche Menschenrechtlerin, Künstlerin,  Journalistin, Fotografin, und vielfach preisgekrönte Filmemacherin.  Bis zu ihrer Rückkehr nach Deutschland 2012 engagierte sie sich mit ihrem speziellen beratenden Status bei den Vereinten Nationen (ECOSOC) im UN-Hauptquartier als auch in Genf für Menschenrechte, mit speziellem Fokus auf Indigene Völker und Völkerrecht. Sie arbeitete über eine Dekade lang mit dem UNHCHR und UNPFII, aber auch mit Flüchtlingen und dem UNHCR zusammen. Über eine Dekade lang nahm sie an den UN-Verhandlungen zur Deklaration der Rechte Indigener Völker teil, die auch durch ihre Unterstützung 2007 von fast allen Staaten adoptiert wurde.
Sie besuchte zahlreiche Indigene Völker auf der ganzen Welt und brachte Menschenrechtsdokumentationen bei den UN vor, organisierte Kampagnen und klärte über die Menschenrechtsverletzungen gegen Indigene Völker in UN-Berichten, in Bild, Schrift und Film auf. Als gefragte Völkerrechtsexpertin produzierte sie im Auftrag der Vereinten Nationen den Film „Indigene Völker und die UN“. Weiterhin nahm sie bis 2014 an den UN-Klimaverhandlungen (UNFCCC) teil und ist Mitglied bei „Climate Justice Now“. Sie arbeitete als Redakteurin in großen britischen Zeitschriften wie Scene, The Face und Spirit und in amerikanischen Zeitschriften wie Black Book und Madison. Sie lebte und arbeitete in Indien, Groß-Britannien, Brasilien, Südafrika und in den USA. Seit dem Jahr 2012 engagiert sie sich für die Menschenrechte von Flüchtlingen in Europa und gründete und leitet die „Arbeitsgruppe Flucht + Menschenrechte“ (AG F + M), ein Netzwerk, welches Flüchtlinge in Berlin unterstützt.

© Rebecca Sommer
Viele Jahre Arbeit als Flüchtlingshelferin, vor allem während der Flüchtlingskrise des Jahres 2015 haben sie desillusioniert. Dieses Interview, das zuerst auf dem polnischen Portal euroislam.pl erschienen ist, entstand nicht zuletzt aufgrund vieler negativer Erfahrungen bei ihrer Arbeit mit Flüchtlingen.
Das Portal Euroislam.pl existiert seit 9 Jahren und ist die älteste polnische Internet Plattform, die sich mit Integration und Islamismus beschäftigt und gleichzeitigt die Ansichten islamischer Reformatoren präsentiert. Die Gründer sind durchwegs bekannte polnische Journalisten und Experten für das genannte Themenspektrum und schreiben auch immer wieder für andere Medien. Einer der Gründer der Seite, Grzegorz Lindenberg, ist zugleich Mitgründer der zweitgrößten polnischen Tageszeitung Wyborcza, die 1989 als unmittelbares Ergebnisse der Gespräche am Runden Tisch unter Beteiligung der Gewerkschaft Solidarność gegründet wurde.

Das Interwiev mit Rebecca Sommer führte Natalia von der Osten-Sacken

Teil 1

Natalia Osten-Sacken.: Rebecca, Du hast viele Jahre mit Flüchtlingen und Immigranten gearbeitet, du bist eine bekannte Menschenrechtsaktivistin. Schon Jahre vor der großen Migrationswelle im Jahr 2015 warst Du eine bekannte Person, die sich für die unbegrenzte Aufnahme dieser Personen in Deutschland einsetzte. Was beeinflusste die Wandlung deiner Ansichten?

Rebecca Sommer: Ich habe mich nie für das „unbegrenzte“ Aufnehmen von Migranten eingesetzt, das geht ja gar nicht, dass ein Land unbegrenzt aufnimmt. Ich bin Humanistin und Menschenrechtlerin. Die ersten Jahre glaubte ich, dass die Menschen, die hierherkommen, wirkliche Flüchtlinge sind, froh in Sicherheit zu sein, und daher den Willen haben werden, sich hier anzupassen und sich zu integrieren. Aber mit der Zeit, Stück für Stück, kam das böse Erwachen. Die Gründe dafür waren so facettenreich, dass ich einfach nicht mehr meine Augen verschließen konnte. Sicherlich war einer der Wendepunkte, wie bei vielen von uns, Silvester 2015 in Köln. Da musste ich mir letztendlich eingestehen, dass dieses Verhalten zu der überwältigenden Mehrheit der Muslime, mit denen ich zu tun hatte, passt.

Das war der Moment, wo ich mir sagte: „Rebecca, Du musst jetzt die Notbremse ziehen, alleine schon als Frauenrechtlerin, mit meiner kollektiven Verantwortung als Frau“. Ich versuchte bis dahin, vor mir die sich immer wiederholenden Verhaltens- und Gedankenmuster, ihre Weltanschauung, die auf ihrer Religion, dem Islam, und ihrer Kultur basieren, irgendwie zu rechtfertigen, z. B damit, dass sie eben neu sind. Und ich glaubte, dass diese mittelalterlichen Ansichten sich mit der Zeit ändern werden. Ich vertraute sehr auf unsere freiheitlichen, gleichberechtigten europäischen Werte, und ich glaubte naiv, dass jeder Mensch sich für sie begeistern und sie übernehmen werde.

Aber ich musste mir, mich in meinem Ehrenamtsumfeld um- und sich wiederholende Erlebnisse über die Jahre mit ansehend, eingestehen, dass, sobald es muslimische Geflüchtete betrifft, diese mit ganz anderen Werten groß geworden sind; dass sie seit ihrer Kindheit einer Gehirnwäsche unterzogen und mit dem Islam indoktriniert wurden und mit Hochmut und Arroganz auf uns Ungläubige herabschauen. Ich nenne es “das Kopftuch im Kopf”. Zusätzlich, wenn sie hier ankommen, geraten viele in die Fänge von fundamentalistischen Imamen, dem politischen Islam (importiert aus der Türkei, aus Saudi-Arabien, Iran etc.), was sie noch in ihrem Fundamentalismus bestärkt und ihnen verbietet, sich mit uns Ungläubigen und unserer Lebensweise zu mischen, unsere Weltanschauung und Wissenschaften anzunehmen, worüber der deutsche Staat schon überhaupt keine Kontrolle mehr hat.

Ein Beispiel, was mir half meine Augen zu öffnen, geschah 2016, als ich die Wahrheit über eine Gruppe von syrischen Flüchtlingen erfahren musste, die ich schon lange begleitete. Sie gehörten inzwischen zu meinem Freundeskreis. Ich half ihnen durch ihre Asylverfahren, regelte ihre Behördenangelegenheiten, besorgte ihnen Wohnungen, Möbel, Computer, Fahrräder, Bekleidung, Ausbildung, Kurse, Arbeit, Stipendium, und opferte unzählige Stunden von meiner Privatzeit für viele einzelne Fälle. In einem bestimmten Moment habe ich schließlich bemerkt, dass diese Leute mit mir ein falsches Spiel, also Taqiyya spielten. Sie haben mich getäuscht, und ich wurde meinerseits enttäuscht. Ich wurde allerdings von arabischen und kurdischen Menschen genau vor dieser muslimischen Taqiyya Täuschungsstrategie gewarnt, von Menschen, die nicht nur aus Kriegsgebieten, sondern gerade auch vor Muslimen fliehen mussten, aber ich wollte nicht auf sie hören.

Und plötzlich ist es raus gekommen, dass diese Leute, für die ich alle Probleme gelöst hatte, die mit mir gegessen, gelacht und getanzt haben, die weder beteten noch in die Moscheen gingen, Ramadan nicht einhielten und über fundamental religiöse Muslime lachten, mich hinter meinem Rücken und in meinem Garten sitzend, eine „deutsche dumme Nutte“ nannten. Das hat mir nicht nur sehr wehgetan, weil ich gerade ihnen, denen ich Retterin, Freundin, Schwester und Mutter war, wirklich vertraute, sondern es hat mir einen weiteren Anstoß zur Besinnung gegeben. Denn sie waren ein gelebtes Beispiel und Hoffnung für eine gelingende Integration und auch auf Freundschaft zwischen westlich orientierten und arabisch-muslimischen Menschen. Ich habe ihnen nichts als geholfen, sie geschützt und gestützt und echte Freundschaft geschenkt. Sie mit offenen Armen in Deutschland willkommen geheißen – und als Dank wurde ich von ihnen in Worten, Gedanken und Taten beschmutzt.

In der Zwischenzeit habe ich mir Ordner mit den Fakten all jener Fälle, die ich je bearbeitet habe, angelegt, und ich beobachte den Werdegang von Flüchtlingen die ich begleitet habe, oder immer noch begleite, viel kritischer und genauer, aber auch die Fälle der anderen Ehrenamtlichen von unserer Gruppe. Leider haben viele engagierte Ehrenamtliche wegen ähnlicher Erfahrungen inzwischen das Handtuch geschmissen. Die, die neu hinzukommen, sind dann wiederum oft so naiv, wie ich es einmal selber war. Aber im Gegensatz zu dem, was uns in den Medien erzählt wird, kommen gar nicht mehr so viele Ehrenamtliche hinzu; andere, die schon lange dabei sind – so wie ich –, haben sich inzwischen institutionalisiert und machen Geld mit ihrem Engagement. Von denen wird man von einer Desillusionierung nichts erfahren, es wäre nicht in ihrem Interesse.

N.O-S.: Und was ist dabei herausgekommen?

R.S: Viele arbeiten immer noch nicht, und sprechen immer noch kaum Deutsch. Und sie verbleiben unter sich, haben kaum oder gar keine deutschen Freunde. Andere wurden zu Straftätern. Oder sie radikalisierten sich. Oder man findet später heraus, dass sie Al-Nusra- oder ISIS-Kämpfer waren, die diese Organisationen immer noch bewundern. Es gibt zwar auch viele Ausnahmen, sie arbeiten, sprechen Deutsch, aber das Kopftuch im Kopf, die Überheblichkeit, sich als Muslime als was Besseres zu sehen, diese unsägliche Überheblichkeit uns gegenüber, verbleibt trotzdem bei den Meisten!

Inzwischen habe ich jegliches Engagement, die Lust zur Ehrenamtsarbeit mit diesen muslimischen, dem Patriarchat frönenden Leuten verloren. Jetzt erkenne ich, wie sie ticken. Ich führe die angefangenen Fälle zwar weiter, nehme aber nur noch neue Fälle auf, wo es sich meiner Ansicht nach um wirkliche Flüchtlinge handelt, die einen Grund haben, in unseren säkularen Staat zu kommen, wo Frauen und Männer per Gesetz gleichberechtigt sind, wo Schweinefleisch gegessen wird, wo wir sogar nackt am Strand sitzen dürfen. Diese Freiheit ist kostbar und sehr verletzlich. Wenn man nur bedenkt, wie viele Menschen plötzlich hierher kommen, die ein Kopftuch im Kopf tragen, und alleine schon durch ihre Masse hier alles verändern! Das sehen wir ja schon jetzt. Jetzt bin ich sehr vorsichtig und extrem misstrauisch geworden. Alle anderen sollten besser in einem muslimischen Land Asyl bzw. Arbeit und ein besseres Leben suchen, anstatt zu versuchen, uns ihre frauenfeindlichen, mittelalterlichen Werte aufzuzwingen und damit auf lange Sicht uns allen zu schaden.

Daher helfe ich jetzt vor allem Frauen und religiösen Minderheiten, die aus muslimischen Ländern flüchten müssen: politischen Flüchtlingen, Journalisten, Muslimen, die ihrem Glauben abgeschworen haben und deshalb verfolgt werden. Und ich helfe ganz besonders gerne Frauen. Da sind einige, die sich jetzt mit ihrer neuen finanziellen Sicherheit, die sie hier in Deutschland genießen, von ihren Ehemännern trennen wollen. Sie wurden zwangsverheiratet und mussten ein Leben lang diesen Mann, den sie innerlich hassen, mit einem Lächeln bedienen. Es gibt viel psychologische Gewalt und Vergewaltigung in diesen muslimischen Ehen. Die Frau hat keinen Menschenwert, sie ist Sexobjekt und keine Partnerin, sie ist Arbeitstier und Gebährmaschine. Das ist ihre Aufgabe als gute Muslima. So, wie die meisten Muslime keine Achtung vor uns haben, so haben sie keine Achtung vor ihren Frauen. Nicht alle natürlich – ich kenne da auch ganz süße Paare, aber doch die meisten. Das gilt auch für viele muslimische Passdeutsche. Die Anleitung dazu gibt der Islam. Deshalb warne ich jetzt davor. Ich habe genug gesehen, gehört, erlebt. Ich habe meine Fakten.

N.O-S: Du hast das Wort Taqiyya erwähnt. Wie verstehst Du es, und wie bist du in Berührung
mit dem Begriff gekommen?

R.S: Das Wort Taqiyya ist den meisten Europäern nicht bekannt. Menschen, die versuchen, vor dieser Form des religiös gerechtfertigten Lügenverhaltens zu warnen, selbst, wenn sie aus dem gleichen Kulturkreis kommen wie die Immigranten, die wir Flüchtlinge nennen, werden sofort als Rassisten gebrandmarkt. Taqiyya bedeutet „Täuschung“. Sie gibt die Erlaubnis dafür, dass Muslime äußerst betrügerisch zu uns Nicht-Muslimen sein dürfen, wenn dies dem Schutz des Islams und der Muslime dient. Es gibt verschiedene Formen des Lügens, die im Umgang mit Nicht-Muslimen unter bestimmten Umständen erlaubt sind, wobei das bekannteste die Taqiyya ist. Diese Umstände sind typischerweise diejenigen, die die Interessen des Islams, als auch eines einzelnen Muslimen, der zum Umma- Kollektiv gehört, fördern – z.B. indem sie durch eine Lüge das Vertrauen von Ungläubigen gewinnen, was diese dann verwundbar und schwach macht, und man kann sie schließlich besiegen. Vertrauensbruch ist somit vorprogrammiert.

Ein Muslim darf einen Ungläubigen belügen und betrügen, es ist ethisch nicht verwerflich, solange er aus dieser Täuschung einen Nutzen zieht, der ihn und damit das muslimische Umma-Kollektiv, weiterbringt. Er muss sich nicht dafür schämen. Um Nutzen aus einem Ungläubigen zu ziehen, dürfen sie dir Freundschaft oder Liebe vorheucheln, solange sie im Herzen es nicht so meinen. Mit Taqiyya sind Muslime frei von Haftbarkeit gegenüber Ungläubigen – meine Warnung an die Frauen, die sich auf muslimische Männer einlassen! Aber auch ganz besonders an unsere Politiker, die Verträge mit Islamverbänden machen – denn kein Schwur, nicht mal im Namen Allahs, hat Bedeutung wegen der Taqiyya, denn Allah hat seinen Gläubigern bereits die Auflösung ihrer Eide gegenüber Ungläubigen vorgeschrieben. Einzige Bedingung: Der Lügende muss im Herzen fest an den Koran und Allah glauben. Taqiyya erlaubt sogar, dass ein Muslim so tut, als sei er kein Muslim. Er darf alles sagen und tun, um zu täuschen, solange es dazu dient, z.B. eine Person in Vertrauen zu wiegen. Oder ein Land. Das muss man sich mal vorstellen, mit was für einer religiösen Ideologie wir es hier zu tun haben!

Taqqiya kommt, glaube ich aus dem Schiitischen, wird aber ebenso, auch wenn sie es vehement bestreiten, von Sunniten eingesetzt und erlaubt sogar das Essen von Haram-, also „unreinen“ Gerichten, oder vorzuspielen, dass man ein Atheist sei. Man muss sich also dessen bewusst sein, dass das Sagen von Unwahrheiten zu Nicht-Muslimen in den muslimischen Ländern nicht als verwerflich betrachtet wird. Und ein leichtgläubiger deutscher Freiwilliger trifft eine Kultur, die er ganz und gar nicht begreift. Gerade in der Flüchtlingsunterstützung bemerkst du nach einiger Zeit, dass viele Flüchtlinge dich durch Täuschung manipulieren, um möglichst viel und ganz besonders engagierte Hilfe von Dir zu bekommen, und vor allem verheimlichen wie fundamental religiös sie wirklich sind, und wie sehr sie unser Wertesystem und unsere Gesellschaft ablehnen.

Es sind ähnliche Geschichten: dass sie Medizin, Jura oder Informatik studiert haben, dass ihre Eltern tot sind und die kleinen minderjährigen Brüder in der Türkei auf der Straße am Verhungern sind und man ihnen helfen soll sie herzuholen, oder sogar dass ihre ganze Familie in den Kriegshandlungen umgekommen ist. Das man dem sich als säkular und moderat-modern ausgebenden Ehemann helfen soll die geliebte Ehefrau (die genauso frei wie wir hier leben würde), und die Kinder zu holen. Und plötzlich erscheinen in Deutschland Onkel, Tanten, Eltern, und auf einmal zählt die ganze tote Familie 15 Köpfe und hat drei Wohnungen. Der kleine Bruder kommt an, die Eltern sind gar nicht tot sondern leben sicher in der Türkei, und im Gegensatz zum Erzählten stellt sich heraus dass er alles andere als hilflos, sondern ein Al-Nusra Kämpfer in Syrien war. Und der große Bruder alles andere als ein moderater Muslime ist.

Oder Du erfährst dass ihr Diplom gekauft wurde. Oder du erfährst, dass die Familie zwar arm, aber in einem sicheren Gebiet in Syrien lebte, und hier herkam um ein besseres Leben zu führen. Oder Du wirst nach erfolgreicher Familienzusammenführung plötzlich von dem sich als moderat ausgebenden Ehemann gefragt, ob Du helfen könntest eine weitere Ehefrau und Kinder rüber zu holen. Die als geliebte und als modern beschriebene Ehefrau kommt tief verschleiert an, und ist laut ihrer Erzählung todunglücklich weil er sie schlägt, ihr alles verbietet, weil er ein besonders strenggläubiger Muslime sei. Ich habe daraus gelernt, dass bei den Muslimen das Ausnutzten der Naivität, also in Ihren Augen eines Schwächeren, nicht als etwas Schlimmes verurteilt wird.

Es ist nicht „nur“ der Islam, obwohl der schon genug Konfliktpotenzial bietet. Die Sozialisierung dieser oft doch sehr jungen Neuhinzugezogenen fand in archaischen und tribalistischen Strukturen statt, wo zum Beispiel die Blutrache und der Ehrenmord herrscht. Sie kommen sowieso aus gewaltaffinen Kulturen, in denen das Recht des Stärkeren gilt und Gewaltanwendung ein positiv besetztes Zeichen von Männlichkeit und Stärke ist – und in der ein Entgegenkommen (des Staates, von anderen Menschen, erst recht von Frauen) als Zeichen von Schwäche gilt, die es natürlich auszunutzen gilt. Sie kommen aus Ländern voller Jahrhunderte alter ethnischer Konflikte (Sunniten-Schiiten, Muslime-Christen, Araber-Türken, Türken-Kurden, Araber-Afrikaner, Araber-Perser usw.), die nun in Deutschland in den Unterkünften und im öffentlichen Raum ausgelebt werden. Aber was sie alle verbindet, ist dann wieder die Theologie, der Islam, da werden sie letztendlich zu Brüdern – gegen uns. Es ist einfach Fakt. All das wird von den verantwortlichen Politikern, den Linken, den Grünen, den “Nobody is Illegal”-Leuten entweder nicht gewusst oder nicht beachtet, beides ist gleich unfassbar.

Fakt ist, in diesen vom Islam geprägten Kulturen zählt der Stärkere, und wenn Du jemanden einfach so, aus deinem Herzen heraus hilfst, steht das nicht im Einklang mit ihrem Weltbild. Du bist für sie dumm, also einfach schwach. Und so werden wir von ihnen gesehen – als Dummköpfe, als gefallene Gesellschaft der Schwächlinge. Die meisten Europäer können es nicht begreifen, weil es nicht im Einklang mit unserem reformierten, aufgeklärten, christlich-humanistischen Wertesystem steht, auf das sich doch unsere Kultur stützt. Ich kenne natürlich auch viele individuelle Ausnahmen, sie bestätigen aber trotzdem die Regel. Ich finde es gut und wichtig im Umgang mit Muslimen offen für jede Einzelperson, für den individuellen Menschen zu sein, dass verbleibe ich auch, und habe auch muslimische Freunde. Wenn einem aber Unstimmigkeiten auffallen, im Gesagten oder Verhalten, dann warne ich, eben wegen der Taqiyya, zur Wachsamkeit und Vorsicht.

© AG F+M, Leitung AG F+M Rebecca Sommer (links) mit ihrer Flüchtlingstanzgruppe

N.O-S: Du hast in den Flüchtlingsheimen gearbeitet. Was ist Dir aufgefallen?

R.S: Dort treffen Menschen vieler Regionen, Kulturen und Religionen aufeinander, vor allem muslimische Männer, darunter Personen, die durch Muslime unterdrückt, verfolgt, vergewaltigt, gefoltert, ganze Dörfer niedergebrannt wurden. Es gibt viel Zündstoff. Am häufigsten kommt es aber zur Unterdrückung oder zumindest zur Missachtung von Andersgläubigen, von Nichtgläubigen durch Muslime. Muslime bilden die Mehrheit in den Heimen. Viele scheinen zu glauben, dass sie eine Art „Übermenschen“ sind, und alle, die sich nicht zum Islam bekennen, werden als unterlegen betrachtet. Auf kleinen Flächen verstärken sich so diese Konflikte. Zum Beispiel gibt es Situationen wo die Ungläubigen nicht gleichzeitig mit ihnen die Küche oder den Waschraum benutzen sollen. Diese werden einfach arrogant oder sogar aggressiv verjagt. Es gibt aber wie immer auch gegenteilige Situationen, wo sich z.B. Frauen aus unterschiedlichen Sprach-und Religionsgruppen einfach so in der Küche befreundet haben und sich sogar zum Kochen verabreden, schon um nicht alleine mit Männern in der Gemeinschaftsküche zu stehen. Immer wieder belästigen muslimische Männer Frauen, auch alleinreisende Musliminnen, und wir hatten Vorfälle, wo der Wachschutz in solche Taten involviert war, mit türkischem, arabischen oder auch Roma Migrationshintergrund. In diesem Fall funktioniert auch dieses Phänomen, Muslime gegen die Anderen, egal aus welchem Land sie kommen. Ich kenne einen Fall, wo eine Flüchtlingsfrau aus Eritrea, vom muslimischen Wachschutz sexuell belästigt wurde. Wir mussten die Polizei benachrichtigen, aber es hat sich nichts in dieser Sache getan.

© Sommerfilms, Rebecca Sommer

N.O-S: Du hast von den Belästigungen der Freiwilligen erzählt. In der Presse kann man jedoch keine Informationen zu diesem Thema finden. Warum?

R.S.: Es kommen immer wieder mal Fälle von Belästigungen mit freiwilligen Helferinnen vor, aber keine von uns hat je einen solchen Vorfall gemeldet, weil keine als Feindin der Flüchtlinge angesehen werden möchte und auch keine Probleme in den Heimen machen wollte. In diesen Fällen wirkt der gleiche Mechanismus, der bei mir wirkte, das ständige Rechtfertigen: er ist neu, er hat keine Ahnung, er versteht unsere Kultur nicht. Und auf diese Weise wird solches Verhalten gerechtfertigt, ohne dass es mit dem Überlegenheitsgefühl verbunden wird, mit dem dank des Islam diese Männer den Ungläubigen und Frauen gegenübertreten. Und vor allem den europäischen „Nutten“ gegenüber, denn genau mit so einem Bild in ihren Köpfen kommen die Männer aus ihren Heimatländern hierher. In meiner Gruppe wiederholen sich die Belästigungen immer wieder, vor allem den Freiwilligen gegenüber, die den Flüchtlingen Deutschunterricht geben und die mehrmals die Woche mit ihnen Kontakt haben.

Ein Beispiel: Nachdem eine Ehrenamtliche drei Monate lang zwei Mal die Woche 1 ½ Stunden Deutschnachhilfe an einen Syrer gegeben hatte war sie überzeugt, dass alles super läuft und wollte einfach ganz normal und menschlich-herzlich sein und nahm eine Einladung bei ihm zum Essen an. Sie dachte, er will sich für ihre ehrenamtliche Unterstützung bedanken. Er jedoch dachte, die Hure will Sex. Es war der Frau nicht klar, dass sie von vielen Männern aus diesem Kulturkreis nur als ungläubiges, unsittliches, immer dem Mann zur Verfügung stehendes Sex-Objekt angesehen wird, weil die Flüchtlinge gerade am Anfang sehr nett und höflich und wohlerzogen scheinen, also oft auch die oben genannte Taqiyya betreiben. Und dann passierte die unangenehme Überraschung, als der bis jetzt freundliche, höfliche Flüchtling sie plötzlich an den Haaren ins Bad zerrte, als sie wieder gehen wollte. Denn er kann es nicht fassen, dass sie jetzt gehen wird: Wieso ist die Hure auf sein Zimmer alleine gekommen?

N.O-S: Wie würdest Du die Einstellung der Immigranten zu Frauen bezeichnen?

R.S: Vor allem wenn man muslimische Flüchtlinge fragt, wie ihre Einstellung zu den grundsätzlichen Menschenrechten wie persönliche Freiheit, Selbstbestimmung, Gleichheit zwischen Mann und Frau ist, dann geben geschätzte 75% in meinem Umfeld an, dass sie damit nicht einverstanden sind. Deshalb bin ich sehr beunruhigt, wenn ich immer mehr junge Mädchen und Frauen sehe, offen und vertrauensvoll, die mit ihnen Beziehungen eingehen. Sie verstehen deren Kultur nicht und haben keine Ahnung, was die Flüchtlinge unter sich über sie sagen. Sie wissen nicht, dass viele schon Frauen in ihrem Herkunftsland haben, die zu ihnen in Rahmen der Familienzusammenführung kommen werden. Oder dass die Cousine für die bestellte und innerhalb der Familie schon abgesprochene Heirat nur noch auf eine Einreisemöglichkeit wartet. Die Wahrheit ist auch, dass am Anfang die meisten jüngeren muslimischen Flüchtlinge ihre Religiosität nicht zeigen, bzw. sie verraten – sie trinken und essen deutsche Gerichte und nutzen alle Aspekte und den Spaß, die ihnen so eine Beziehung bietet.

Und diese Frauen denken sich, dass ihr Partner eine Ausnahme ist und alle herumkursierenden Geschichten nicht der Wahrheit entsprechen. Selbst, wenn es unter ihnen Leute mit gemäßigten Ansichten gibt, die sich integrieren und deutsche oder andere Frauen heiraten, so fürchte ich fängt ihre Intoleranz dann bei ihren Töchtern an.

Letztendlich will fast jeder muslimische Neuhinzugezogene eine ihm untergeordnete muslimische Frau, am besten mit Kopftuch selbstverständlich, die keine kurzen Klamotten anzieht, ihn bedient, ihm Kinder gebärt, sich ihm nicht verweigert, keine männlichen Freunde hat, sich von ihm befehlen lässt, nicht ohne sein Wissen das Haus verlässt, ihm in allem gehorcht. Es geht bei diesen Heiraten auch nicht um Liebe. Die Liebe gehört zur Mutter und der Familie. Die Frau ist ein untergeordnetes Objekt mit gewissen Aufgaben.

Westliche Frauen sind allemal Hängematte und Sprungbrett und werden zum Schluss auch noch mit Füßen getreten. Sie sind allein schon deshalb kein richtiges „Material“, weil sie „Schlampen“ sind. „Schlampen“, weil sie mit ihm geschlafen haben. Will sich aber eine westliche Frau von ihm trennen, kann es ihr passieren, dass sie dafür ermordet wird. So wie in Kandel gerade. Oder er nichts unversucht lässt, um ihrem Ruf zu schaden. Und auch hier sage ich immer wieder, Ausnahmen bestätigen die Regel. Die kenne ich auch. Noch. Wir werden es sehen, wenn Schluss ist.

N.O-S.: Wie ist die Geschlechterzusammensetzung und das Niveau der Ausbildung bei der
neuen Immigration? Wir haben gehört, dass es vor dem Krieg fliehende Frauen und Kinder
und hochgebildete Spezialisten sind.

R.S: Die überwältigende Mehrheit der so genannten Flüchtlinge und Immigranten, auch jener vor 2015, sind Männer. Jedoch in den letzten Jahren hatten wir viele Fälle der Familienzusammenführung, und aus diesem Grund bilden die Lobbies der Flüchtlinge Mythen, dass nur Familien, Frauen und Kinder vor den Bomben nach Deutschland geflohen seien. Es kamen bis 2015 während meiner Tätigkeit fast ausschließlich junge Männer, ich half vielen, und in wenigen Fällen auch immer noch, ihre Verwandten nach Deutschland zu holen und weiß, dass solche Prozeduren intensiv die ganze Zeit betrieben werden. Viele nach Deutschland geholte Frauen sind inzwischen schon wieder schwanger oder bekamen ihr nächstes Kind in Deutschland.

Was das Bildungsniveau der syrischen Flüchtlinge angeht, die den Hauptanteil der muslimischen Flüchtlinge bilden, die zu uns seit dem Jahr 2012 gekommen sind, dann muss ich leider feststellen, dass die Mehrheit von ihnen gar keine adäquate Ausbildung hat. Ich weiß, dass die Presse am Anfang schrieb, dass von dort hoch ausgebildete Leute und Spezialisten in unterschiedlichen Fächern kämen, aber das ist einfach nicht wahr. Ich habe selbst solche Behauptungen verkündet, glaubte ich doch auch, was die Flüchtlinge mir erzählten. Die Wahrheit ist, dass solche Informationen von allen wiederholt wurden, aber nur wenige Journalisten haben Flüchtlinge überhaupt je zu Gesicht bekommen. Das zusätzliche Problem ist, dass, wenn diese Leute wirklich irgendeine Ausbildung haben, dann ist sie oft nicht kompatibel mit unserem System, und sie müssen fast von vorne anfangen. Die allermeisten müssen wie alle jungen Menschen noch etwas lernen, eine Ausbildung machen, die Schule zu Ende führen, einige studieren schon. All das kostet Milliarden.

In vielen Fällen sehe ich, dass die Mehrheit der Syrer nicht im Stande sein wird, noch es zurzeit ist, eine Familie zu unterhalten. Menschen aus Somalia, Nigeria – auch sehr schwierig, wenn wir über Bildung reden. Noch hinzu kommt, viele sind extrem aggressiv, religiös fundamentalistisch. Die Flüchtlinge aus Eritrea: die meisten sind friedliche Christen, es gibt aber auch Muslime unter ihnen. Kulturell sind die Menschen aus Eritrea aber ganz anders als die Menschen aus dem Nahen Osten. Sie haben fast immer meiner Erfahrung nach eine unzulängliche Schulbildung und lernen extrem langsam Deutsch. Ich kenne Fälle, wo nach 3 Jahren immer noch kein Deutsch gesprochen wird, trotz wiederholter Deutschkurse, für die wir alle zahlen müssen. Afghanistan, Pakistan: das Gleiche. Ich begleite einige Flüchtlinge, die erst noch das ABC lernen müssen. Die meisten leben von Staatshilfe, und wenn ich so beobachte, wie sich die Leute seit 2012 entwickelt haben, fürchte ich, dann wird das auch so bleiben. Selbst wenn du als Arzt oder Zahnarzt aus dem Nahen Osten kommst, sind die Studien dort von den Unsrigen so verschieden, dass es lange dauern kann, bis sie hier praktizieren können. Natürlich gibt es auch viele positive Ausnahmen.

Ein syrischer Freund hat seine Ausbildung absolviert und arbeitet jetzt bei der Rentenversicherung. Ein Apotheker fand eine Anstellung. Ein anderer hat ein Restaurant aufgemacht. Ein gebildeter muslimischer Eritreer war in seiner Heimat Architekt und hat über Umwege eine Anstellung in einem Architekturbüro gefunden. Auch gibt es viele Flüchtlinge, die sich nicht auf eine Weiter- oder Ausbildung konzentrieren, sondern gleich nach vollendeten Pflichtdeutschkursen eine Arbeit suchen, um Geld zu verdienen. Als Wachschutz in einem Flüchtlingsheim oder als Hilfskraft bei Lidl. Andere machen ihren Führerschein und arbeiten als Fahrer, ohne eine langjährige Ausbildung oder ein Studium zu machen. Eine syrische Freundin, eine IT-Spezialistin, hat sehr schnell eine Arbeit gefunden und verdient jetzt monatlich 3000 Euro. Aber es ist vielleicht interessant, hier anzumerken, dass sie Atheistin ist und sich von strenggläubigen Landsleuten abgrenzt. Wie sie sagt, hatte sie ihr ganzes Leben als modern denkende Frau unter dem Joch des Islam in Syrien gelitten, und ihren Worten nach sind „religiös-muslimische Leute alle gleich“.

N.O-S: Wie ich gehört habe, stellt Zufluss von neuen Immigranten aus dem muslimischen
Ländern eine Bedrohung für die hier lebenden, liberalen Muslime dar?

R.S: Wir haben in Deutschland besonders viele Frauen mit arabischem, kurdischem oder türkischem Migrationshintergrund, die aus muslimischen Familien kommen, die hier seit vielen Jahren leben und sich ihr Recht zur Selbstbestimmung innerhalb ihrer muslimischen Familienstruktur erkämpft haben. Ich habe Freundinnen und Bekannte, die mussten Ehrenmorden entgehen, und leben mit einer neuen Identität auf der Flucht bis heute vor der Familie, die sie ermorden würde. Mitten unter uns hier in Deutschland, stell Dir das vor! Sie sind gebildet, sind Ärztinnen, Künstlerinnen, Lehrerinnen, Sozialarbeiterinnen, Professorinnen, und sie bedecken ihre Haare nicht. Sie leben mit ihren Freunden zusammen ohne zu heiraten. Sie nehmen sich ihre Freiheit, so wie es bei uns normal ist. Und die erzählen, dass in Ballungsgegenden, wo viele Muslime leben und jetzt die vielen Flüchtlinge aus arabischen Ländern hinzukommen, sie wieder weniger Freiheiten haben. Wenn solche fundamentalen Muslime sie als eine Frau aus ihrem Kulturkreis erkennen, sprechen sie sie ständig an, kritisieren ihre zu westlichen Kleider und beschimpfen und bedrohen sie sogar.

Auch Flüchtlingsfrauen machen das und ermahnen sie, ein Kopftuch zu tragen, sich „sittlich“ zu kleiden. Wir als Land hingegen zahlen viel zu oft genau diesen Leuten für ihre mangelnde Integration hohe Sozialhilfen und sehen uns hilflos an, wie sie schon integrierte Menschen bedrohen und angreifen. Wir haben auch einen Rückschritt – viele, die schon lange hier leben, tragen heute ein Kopftuch. Außerdem wächst die Anzahl der Ehrenmorde – wir sollten bedenken, dass in dieser Kultur die Frau Eigentum des Mannes ist. Beunruhigende Dinge erschütterten letztens die Universität in Hamburg. Die Uni musste am Anfang letzten Oktobers einen Verhaltenskodex mit 10 Punkten zur persönlichen und religiösen Freiheit veröffentlichen, weil die muslimischen Studenten auf schreckliche Weise Frauen, die keine Kopftücher trugen, angriffen. Es beeinträchtigte das Funktionieren der ganzen Einrichtung. Inzwischen gehören andere Formen der Aggression wie die Forderung nach schweinefleischfreien Mensen oder Geschlechtern getrennten Gebetsräumen zum Alltag.

Vor allem der politische Islam in Deutschland ist sehr bemüht, wie man sagt, immer tiefer den Fuß in die Tür zu tun. Muslime versuchen ununterbrochen, sich als Opfer darzustellen, beklagen sich, dass sie beleidigt und diskriminiert werden, der Westen an allem Schuld ist, was dazu führt, dass alle ihnen nachgeben. Vor allem unsere Politiker. Das ist ein Fehler, weil falsche Toleranz, geboren aus dem Wunsch, dass niemand sich in Deutschland verfolgt fühlen soll. Aber niemand scheint zu bemerken, dass dadurch unsere Werte und wir es sind, die unsererseits von Muslimen diskriminiert werden. Das macht mich inzwischen echt wütend. Mir tun die Deutschen, und vor allem wir Frauen, inzwischen leid. Wir meinen es gut und ernten den Verlust von allem, wofür schon unsere Großmütter so hart gekämpft haben.

N.O-S: Ich habe von Seyran Ates von der liberalen Moschee in Berlin gehört, dass in Deutschland Zwangsehen ein großes Problem darstellen.

R.S: Ich liebe Seyran Ates, eine tolle und mutige Frau. Ja, wir haben durch das rasante Wachstum der muslimischen Gemeinde aus der Türkei, dem Nahen Osten und dem Balkan immer mehr Zwangsehen, sogar von Kinder- und Mädchenhandel. Wir haben solche Fälle bei der Polizei gemeldet, aber Polizei und Behörden tun sich mit solchen Fällen schwer, es kamen sogar Begründungen, dass dies zu ihrer Kultur gehöre. Also, wir haben plötzlich zwei Rechtssysteme, die in einem Land existieren! Und manchmal will so ein Mädchen ihren Mann nicht verlassen, weil sie nichts anderes kennt als ihre Leute und ihre Kultur, in der sie groß geworden ist. Das meinen die Behörden mit Kommentaren wie „das ist bei denen so“, das ist deren Erfahrung.

Doch Fakt ist, die Mädchen werden gekauft und verkauft. Sie leben als Sex- und Arbeitssklavinnen, immer bewacht und ihrer Freiheit beraubt. In Deutschland! In einem mir bekannten Fall wurde ein Mädchen für 8000 Euro verkauft. Eine andere wurde gekidnappt, ein Roma Kind aus Polen.  Und dann haben wir solche für mich schon kriminellen Politiker, die dazu aufrufen, die Ehe von Minderjährigen doch nicht zu annullieren, dies sei doch nicht zum Wohle der schon Verheirateten. Das ist ihre Antwort auf unser wachsendes Problem auch infolge der muslimischen Flüchtlingswelle, wo natürlich auch viele Minderjährige schon in der Heimat zwangsverheiratet wurden und somit als Ehepaar hierherkommen. Ich verlange die Trennung der Eheleute; das Mädchen soll sich erst einmal frei entwickeln, zur Schule gehen, und mit 18 kann sie sich dann entscheiden, ob sie mit ihm zusammenziehen will oder nicht.

Zwingen kann sie hier in Deutschland laut Gesetz keiner. Wir hatten auch den Fall eines Pakistaners, der sich an einem 6-jährigen Mädchen vergangen hat und der aufgrund seines „kulturellreligiösen Hintergrundes“ eine Strafe auf Bewährung bekam. Das nächste Problem ist die Gewalt in den Ehen. Eine typische Anekdote, die ich gerne erzähle: Neuankommende Flüchtlinge mit Frau und Kindern werden gerne von anderen gewarnt, ihre Frau und die Kinder nicht vor Deutschen zu schlagen, das sei hier verboten. Das heißt, untereinander ist es also normal, dass Mann das tut? Ein Mann aus Afghanistan, der von seiner Ehefrau angezeigt worden war, da er sie mehrfach vergewaltigte, wurde nicht zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, weil „ihm nicht bewusst war, dass es eine Vergewaltigung war“. Weil es im Islam erlaubt ist bzw. die Frau mit ihm schlafen muss, es sei denn, sie hat ihre Periode oder sie ist krank. Sonst darf sie sich ihm nicht verweigern. Und es gibt Anleitungen im Koran, wo das Schlagen der Frau, wenn sie widerspenstig ist, erlaubt ist. Darauf bezog sich der Richter als mildernden Umstand. Das heißt, mit dieser falschen Toleranz höhlen sogar Richter unser Rechtssystem aus. Es wird, so wie es aussieht, immer mehr mit zweierlei Maß gemessen. Die Gerichte sind bei uns eher links orientiert, viele Richter sind pro Migration eingestellt, und es häufen sich die Fälle, in denen Migranten oder Deutsche mit Migrationshintergrund einen „Kultur-Religionsbonus“ erhalten und somit bevorzugt werden. Es sind auch Richterinnen, die diesen Bonus vergeben, das finde ich besonders schlimm: Frauen, die sich gegen Frauen richten! In einem Fall suchte eine Richterin nach Gründen, einen türkischen Vergewaltiger zu entschuldigen.

Er steckte den Kopf einer Frau durch die Gitter des Bettrahmens und vergewaltigte sie brutal über Stunden. Die forensischen Untersuchungen ergaben eindeutige extreme Gewalt, die Frau konnte zwei Wochen kaum gehen, sie war überall markiert mit blauen Flecken. Doch die entscheidende Frage der Richterin für den Ausgang des Strafprozesses war an die Zeugin, das Opfer, gerichtet: „Könnte es sein, dass der Angeklagte dachte, Sie seien einverstanden?“ Das könnte sein, ließ die Zeugin das Gericht wissen. Sie könne nicht beurteilen, ob er mit der Mentalität des türkischen Kulturkreises das Geschehen, das sie als Vergewaltigung erlebte, vielleicht für „wilden Sex“ gehalten hat. Der Typ wurde freigesprochen. Der Staatsanwalt räumte ein, dass der Freispruch ein „schwerer Schlag“ für die Geschädigte sein müsse. Andererseits sei eine Verurteilung nicht möglich, weil kein Vorsatz nachweisbar sei. Vergewaltigungen führen vor deutschen Gerichten in der Regel so gut wie nie zu harten Verurteilungen. Insbesondere, wenn Migranten die Täter sind. In der Öffentlichkeit wird daher schon lange von einem Kultur-Religionsbonus bei Vergewaltigungen und weiteren Kapitaldelikten gesprochen. Langsam hören unsere Gesetze auf zu funktionieren. Das nächste Problem ist die Polygamie. Da haben wir auch Fälle, wo Politiker schon aufrufen, sie doch zu erlauben.

N.O-S: Und was mit der Kriminalität?

R.S: Wir haben tatsächlich ernsthafte Probleme. Ich kann nur von meiner Region, wo ich mich aufhalte, und über Informationen aus den Nachrichten reden. In Hamburg und Schleswig-Holstein  haben wir einen arabischen Familienclan, der die Gegend in Atem hält. In Berlin haben wir einen Familienclan, der sich laut Experten in nur 20 Jahren auf über 1000 Personen vergrößert hat und der hauptsächlich, aber nicht nur, im Drogengeschäft tätig ist. Es hat sich dadurch eine Paralleljustiz entwickelt, wo unser Rechtssystem nicht mehr hinterherkommt. Richter, Anwälte, Polizei, es scheint, sie alle haben Angst vor denen. Die Behörden haben jegliche Kontrolle verloren.

Die Richterin Kirstin Heisig wurde meiner Meinung nach ermordet, weil sie versuchte, hier aufzuräumen. Aktuell handelt es sich um die dritte Generation in den Berliner Clans. Für Berliner sind sie extrem gefährlich. Sie haben eine Kultur des Hasses und der Verachtung – Insidern zufolge begehen sie ihre Taten kaltblütig und ohne Emotionen. Sie sind skrupellos und gehen brutal vor, und wieder einmal ist das durch eine muslimisch-religiöse Ideologie unterstützt, was aber, das muss man fairerweise sagen, von vielen anderen moderateren Muslimen in dieser Form abgelehnt wird.

Die Flüchtlinge werden von den Clans rekrutiert. Schon 2012 sah man diese Schlitten von Autos vor den Flüchtlingsheimen, und man wunderte sich, welche Verwandten das wohl sind, die da den einen oder anderen abholen oder ansprechen. Bald fanden wir Ehrenamtlichen und Sozialarbeiter der Heime heraus, dass es keine Verwandten waren, sondern Libanesen, die die jungen Flüchtlinge für das Erledigen der Drecksarbeit mobilisierten. Die haben überall Geldwäschereigeschäfte, Bäckereien, Pizzerien, Friseurläden, das Lädchen um die Ecke, Spielsalons, Shishabars, wo die Flüchtlinge schwarzarbeiten, und sie werden für Drogenkurierdienste genutzt. Es gab eine Reportage dazu im Fernsehen – die meisten beziehen weiterhin Sozialhilfe, sie verarschen unser System, und wir, wir lassen uns verarschen! Ich sage: Ja, die muslimische Welt lacht über uns! Wenn man sich das Alles anschaut… wir sind ja auch echt bescheuert.

Wir haben auch Balkan-Clanstrukturen. Viele kommen immer wieder als Asylsuchende, sitzen dem Staat auf der Tasche, und viele bleiben einfach. Zu ihren Tätigkeiten gehören Passfälschungen und Mädchen-Sexsklavereihandel, also Zuhälterei. Unter ihnen sind 12-jährige Mädchen, die als Zwangsbräute ge- und verkauft werden. Viele von diesen Familienclans arbeiten auch mit Vergewaltigungen, dann Erpressung, und produzieren Kinderpornos. Ich habe einen 14-jährigen Schützling aus Serbien, die mehrfach von mehreren erwachsenen Männern vergewaltigt und gefilmt wurde. Dieser Film kursiert im Internet! Ich kannte sie schon als 10-jähriges Kind, und es war für mich ein schrecklicher Schlag. Und ich kenne weitere Fälle von solchem sexuellen Missbrauch. Ich verschickte viele Briefe an die Presse. Ohne Ergebnis. Die Polizei tat sich schwer; ich lernte daraus, dass Mädchen ohne eine Stimme von außen oder ohne eine Familie, die zu ihnen steht und die ihnen hilft, kaum eine Chance haben, aus diesen Situation herausgeholt zu werden.

Zusätzlich bilden die Immigranten einen riesigen Anteil an Personen, die in Konflikt mit dem Gesetz geraten. Somalische Flüchtlinge bewerte ich persönlich als besonders gefährlich, wegen ihres religiösen Fundamentalismus, ihrer auch kulturell bedingten Verachtung Frauen gegenüber.

N.O-S: Wie ich gehört habe, ist die Situation in den deutschen Schulen ziemlich dramatisch. Was hast du darüber zu sagen?

R.S: Wie die neuste Untersuchung zeigt, wo Viertklässler in Städten geprüft wurden, haben über 50% der Kinder den Migrationshintergrund, und das Bildungsniveau ist so drastisch gesunken, dass es laut Studie auf dem Niveau eines Schwellenlandes liegen würde. Das größte Problem haben wir jedoch mit den Kindern aus den muslimischen Familien, die die größte Gruppe unter den Kindern mit Migrationshintergrund bilden. Wie ich schon angemerkt habe, es ist eine Kultur des Stärkeren, und ein großes Problem stellt auch das Aggressionspotential dar. Anders als in den deutschen Familien werden die Kinder oft mit Hilfe von körperlicher Züchtigung erzogen, und Schläge vom Vater und von den älteren Brüdern gehört, wie ich es sehe und höre, bei ihnen zum Alltag. Das bewirkt, dass die Kinder sehr aggressiv sind – sie lösen Probleme schnell mit Gewalt. Und im typischen Rudelverhalten. Anders erzogene Kinder aus anderen Kulturen, in denen diskutiert wird, Meinungsfreiheit von klein auf dem Kind beigebracht wird, Toleranz – solche Kinder sind sofort auf verlorenem Posten. Sie versuchen zu diskutieren, was in Augen der muslimischen Kinder sie zu Schwächlingen und zu potenziellen Opfern macht.

Außerdem agieren diese Kinder als Gruppe – wenn du mit einem eine Auseinandersetzung hast, steht eine Gruppe gegen Dich, die zig Kinder zählt, weil sie auch die Welt als „Muslime gegen die Anderen“ verstehen. Dieses Verhalten sehe ich auch bei Romakindern. Es kam und kommt zu ernsthaften Körperverletzungen und den Lehrern sind die Hände gebunden, weil das Gesetz ihnen wenig Mittel gibt, um hier mit Druck zu reagieren. Spezialschulen für sozial auffällige Kinder sind schon voll und es mangelt insgesamt an in muslimisch-kulturellen Gepflogenheiten ausgebildeten Lehrern, und an Mitteln, die ihnen gegeben werden, um darauf zu reagieren und einzuwirken.

Das zusätzliche Problem beobachte ich mit aus dem Boden schießenden Flüchtlings- Lehrerprogrammen, wo Flüchtlinge, die schon in der Heimat Lehrer waren, im Eilverfahren zu Lehrern formiert werden. Ich sehe hier mehrere Probleme. Erstens tragen viele Frauen Kopftücher, was gegen das Neutralitätsgebot verstößt und ein negatives Vorbild für Kinder ist. Zweitens sprechen sie nach 1 ½ bis 2 Jahren noch nicht einwandfrei Deutsch, was die Gefahr mit sich bringt, dass die Schüler fehlerhaftes Deutsch lernen werden. Drittens haben einige dieser neugebackenen Lehrer und Lehrerinnen nicht dieselbe Ausbildung erhalten wie Lehrer aus Deutschland. Und viertens, und für mich am besorgniserregendsten: Einige sind streng gläubig und glauben z.B. nicht an die Evolution oder an die Wissenschaft, sondern nur an das, was der Koran vorschreibt. Einige Lehrerinnen würden einem Mann nicht einmal die Hand reichen. Ich will solche Lehrer nicht in den Schulen in unserem Land, wo unsere Zukunft von Morgen herangezogen wird. Und ich will auch keine Lehrerin mit Kopftuch, die der Jugend als Vorbild dient. Das Kopftuch besagt, dass Geschlechtertrennung wünschenswert ist, denn genau das ist die stille und doch so beredte Botschaft eines Kopftuchs. Es sagt: Ich bin dem Mann untertan. Es ist ein Bekenntnis, ein religiöses Ideologie-Symbol, die Welt in muslimischer Sichtweise in Halal und Haram zu unterteilen. Die Botschaft ist: Das Haupthaar einer Frau wird zum Schamhaar. Wieso um Himmels Willen wollen wir das in unseren Schulen?

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March 02 2018

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Frieden rockt
Die Werbung zeigt uns jeden Tag, was uns angeblich noch fehlt um glücklich zu sein. Tatsächlich haben Hirnforscher herausgefunden, dass wir mehr unnötige Dinge kaufen, wenn wir unglücklich sind.
Göttingen (Deutschland). Der Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther, Professor für Neurobiologie der Universität Göttingen, hat durch seine jahrelange Arbeit herausgefunden, dass glückliche Menschen weniger unnötige Dinge kaufen als unglückliche Menschen. Dies hängt damit zusammen, dass bei jedem Kauf das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert wird und das dadurch entstehende Glücksgefühl die eigentliche Unzufriedenheit überdeckt.

Das Gehirn will belohnt werden

Dem Alltag kann kaum noch einer gerecht werden: Leistungsdruck in der Schule oder großer Stress auf der Arbeit. Diese uns zahlreiche weitere Dinge führen dazu, dass wir uns unglücklich fühlen – auch wenn uns dies nicht immer bewusst ist.
Das Gehirn kann diese Rückschläge auf verschiedene Art und Weise kompensieren. Dazu zählt in der westlichen Welt vor allem der Konsum von Gütern. Aus diesem Grund konsumieren wir wie verrückt und kaufen zahlreiche Dinge oder Dienstleistungen, die wir eigentlich gar nicht benötigen. Die Werbung steht uns dabei tatkräftig zur Seite: Ein paar neue Schuhe, ein neues Handy oder auch oder andere alltägliche Gegenstände. Kaum haben wir etwas Neues gekauft, wird das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert und wir werden glücklich.
Andere Menschen schenken uns plötzlich Aufmerksamkeit und beneiden uns um unsere neuen Errungenschaften. Dadurch wird der Normalzustand im Gehirn für eine kurze Weile wiederhergestellt und der innere Schmerz gelindert.

Der Kauf kaschiert nur, dass unsere wahren Bedürfnisse nicht gestillt werden

Diese Vorgehensweise ist alles andere als nachhaltig. Hüther formuliert es so: „Wenn man nicht das bekommt, was man braucht, nimmt man sich eben, was vorhanden ist. Aber glücklicher werden wir dadurch nicht.“
Das Glücksgefühl und die Befriedigung die wir beim Kauf neuer Produkte empfinden sind also nur von kurzer Dauer und überdecken lediglich die eigene Unzufriedenheit.

Den Kreislauf durchbrechen lernen

Damit wir nicht weiterhin sinnlos überflüssige Produkte kaufen die uns nur kurzzeitig befriedigen, ist es wichtig zu verstehen, dass Gefühl und Verstand immer Hand in Hand gehen. Unsere Vorstellungen und Überzeugungen sind nicht nur ein wenig mit dem Gehirn verbunden, sondern tief mit unserer Gefühlswelt verankert. Um den Kreislauf zu durchbrechen, müssen wir das Belohnungssystem mit einer anderen positiven Erfahrung verknüpfen. Dies kann, je nach individuellen Interessen, zum Beispiel ein ausgedehnter Spaziergang sein.

Hier geht's zum Video: --->  https://goo.gl/toC9VN

March 01 2018

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SP Schweiz     Christian Levrat: «Man kann für die gleichgeschlechtliche Heirat sein und die AHV stärken wollen. Man kann eine humane Asylpolitik verfolgen und gleichzeitig für anständige Löhne einstehen. Die Freiheit und die Würde der Migrantin, des Migranten ist kein Gegensatz zur Freiheit und Würde der Arbeitnehmenden. Beide sind Teil derselben Bewegung: Freiheit für alle, Menschenwürde für alle, soziale Gerechtigkeit für alle, Chancengleichheit.» 
Hier findest du die ganze Rede:  http://goo.gl/YajY8B


February 25 2018

EIN HERZ FÜR (DEUTSCHE) OBDACHLOSE?


Wieder einmal haben Neonazis Arme und Obdachlose für sich entdeckt, um sie zu instrumentalisieren. Denn die scheinbar Fürsorglichen propagieren eine exklusive Solidarität für weiße, einheimische Deutsche gegenüber Geflüchtete und MigrantInnen.
Magazin der rechte rand

Schon vor Jahren gab es in der Winter- und Weihnachtszeit rechte Sammelaktionen für Obdachlose und Arme, aber diese waren zumeist symbolisch und auf kurze Dauer angelegt. Seit 2016 haben die Aktivitäten allerdings an Umfang und Vielfalt deutlich zugenommen. Einige sind auch von Kontinuität. Der Umstand von Obdachlosigkeit in einem reichen Land wie Deutschland wird berechtigterweise als Skandal bezeichnet und dann aber gegen die Aufnahme von Geflüchteten in Stellung gebracht. Das grundsätzliche Credo lautet: „Deutsche zuerst!“. Man müsse erst einmal den Obdachlosen hierzulande helfen. Ignoriert wird dabei, dass laut „Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe“ statistisch etwa die Hälfte der geschätzten 860.000 Wohnungslosen, also Menschen ohne mietvertraglich gesicherten Wohnraum, im Jahr 2017 Flüchtlinge waren. Und die Hälfte der etwa 52.000 Obdachlosen, also der direkt auf der Straße lebenden Menschen, aus Osteuropa kommt. Dieser soziale Missstand wird bei der Skandalisierung von rechts unterschlagen.

 

Rolf Süßmann, Pressesprecher des AfD-Kreisverbandes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, schrieb auf Facebook zu einer „Päckchenaktion“ im Wahlkreisbüro des Landtagsabgeordneten André Barth in Freital: „Unser Ziel war es, wie auch schon letztes Jahr, denen wenigstens etwas zu helfen, die in der ganzen ‚Flüchtlingsdebatte‘ zu kurz kommen, da Linke, Grüne und andere Altparteien medienwirksam lieber denen helfen, die hier eigentlich nix zu suchen haben.“ Der Bezug auf Obdachlose als neues Fürsorgeobjekt der extremen Rechten überrascht auf den ersten Blick. Denn die Konservativen fordern üblicherweise die Verdrängung und Vertreibung von sozialen Randgruppen aus den Innenstädten. Genau diese Klientel ereifert sich nun zusammen mit der AfD als ihrer politischen Vertretung, über die Vernachlässigung deutscher Obdachloser.

Noch obskurer der positive Bezug bei der neonazistischen Rechten auf Obdachlose. Sie stehen in einer Tradition der Zeit des Nationalsozialismus, in der soziale Randgruppen als „Asoziale“ verfolgt, inhaftiert und ermordet wurden. Der Sozialdarwinismus der Gegenwart zeigt sich in 28 Morden an Obdachlosen von Neonazis seit 1989. Doch die mediale Propagierung der Hilfsaktionen der letzten Zeit in den sozialen Netzwerken allein als Imagekampagnen zu verstehen, greift zu kurz.

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http://www.der-rechte-rand.de/archive/2868/kein-herz-obdachlose/

February 20 2018

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February 18 2018

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PETER FRANKENFELD DIE WETTERKARTE DEUTSCHE DIALEKTE
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Why Did Two Sexes Evolve?
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January 31 2018

L'adolescente, Jeanne Moreau, 1979

Ein Sommer im Grünen, in der Mitte Frankreichs, im Land der erloschenen Vulkane. Marie, die Hauptfigur, ist 12 Jahre und wird in dem Sommer ihre erste Periode bekommen, während anderswo auf der Welt, das Jahr ist 1939, zum Krieg gerüstet wird.

Als Zeitbild bleibt L'adolescente weitgehend subtil, wenn auch durchaus gelegentlich jene "zufällig belauschten Gespräche" vorkommen, die mir Filme dieser Art bisweilen verleiden: Ein bisschen schrulliges Gepolter über Hitler und Mussollini hier, ein paar genervte Hinweise darauf, dass diese ausländischen Angelegenheiten uns heimatverbundenen Franzosen doch eh nichts angehen da. Strategische Informationsverteilung, die im Film aber glücklicherweise nicht viel Raum einnimmt.

Denn schon die antisemitische Verunglimpfung beim ersten Auftauchen des Arztes Alexandre ist nicht nur Zeitkolorit, sondern eine Positionsbesimmung: Alexandre bleibt in der Dorfgemeinschaft ein hoffnungsloser Außenseiter, er ist auch nicht Teil der Montagesequenz, die die Dorfbewohner vorstellt, wenn Marie mit ihren Eltern im Sommerurlaubsort ankommt. Schöne typisierende Miniaturen sind das, die außerdem ein Netz knüpfen: Sie liebt ihn und hat ihm ein Kind geboren, aber er darf sie wegen seines Vaters nicht heiraten, dafür ist eine andere dauernd schwanger und stolz darauf und eine dritte ist wahrscheinlich eine Hexe.

Zunächst bleibt der Film auf dieser Ebene, bei der Dorfgemeinschaft. Marie wird ihrerseits Teil des Netzes, aber sie wird doch nicht nicht ganz in es eingeknüpft, weil sie noch die Narrenfreiheit der Kindheit für sich beanspruchen kann. Mit einer Freundin und zwei Jungs tobt sie durch den Heuspeicher, an einem Balken schwingt sie hin und her, über den Köpfen der anderen. Neugierig beobachten die Mädchen anschließend die Jungs beim an-die-Wand-Pissen.

Dann jedoch verändert sich der Film. Es beginnt damit, dass Maries Vater verschwindet. Der hatte sich vorher immer wieder an Maries Mutter herangedrängt, sein ungestümes, stets plötzliches, von einem einzigen Blick getriggertes Verlangen war dabei oft, aber nicht immer, erwidert worden. Das spitzt sich zu einer Krise zu, von der der Film nur die Folge zeigt: Er fährt weg, zu Erntearbeiten vermutlich, die Mutter bleibt mit der Tochter zurück. Beide wohnen sie bei der Großmutter, und beide verlieben sie sich in Alexandre.

Der Film hört schnell auf, Sozialpanorama zu sein. Fast hat man das Gefühl, dass das Dorf überhaupt zu existieren aufhört, zumindest als eine soziale, und auch wirtschaftliche Gemeinschaft. Es gibt jetzt nur noch eine Mechanik des Gefühls, liebende Körper und sehnsüchtige Blicke. Alexandre wohnt, das passt dazu, eh nicht im Dorf, sondern in einem düsteren Märchenschloss, es gibt eine tolle Totale des Schlosses bei Dämmerung: Hinter einem Fenster brennt ein Licht, Marie stellt ihr Fahrrad ab und nähert sich dem Geheimnis.

Aber Maries versponnene Liebe ist nur eine kurze Episode. Ihr offensichtlich aus Filmen oder Zeitschriften abgeschauter Kussversuch hat sich schnell erledigt, die Mutter tritt an ihre Stelle. Und anders als Marie verwandelt die Mutter sich tatsächlich in Gegenwart des Arztes. Das Haar löst sich, die Schritte werden frei, der Blick hebt sich. Marie kauert derweil mit ihrem Fahrrad unter einer Böschung, sie erlebt einen emotionalen Überschwang, der sie überwältigt, zu Boden drückt. Im reich der Liebe funktionieren die Sortiersysteme der Gesellschaft nicht.

Statt dessen bricht etwas Archaisches über die Menschen herein, wie als wenn die Vulkane im Zentrum Frankreichs doch noch einmal ausbrechen. Und siehe da: Der Zaubertrank, den Marie mischt, um ihre Eltern wieder zusammenzubringen, wirkt tatsächlich.

IALANA-Medientagung: Fundierte Medienkritik und Medienvertreter auf Tauchstation

Medien enthalten dem Publikum zentrale Informationen vor und stellen Zusammenhänge interessengeleitet einseitig verkürzt und damit falsch dar. Es gibt keine Öffentlichkeit mehr, dafür eine Vielzahl von Teilöffentlichkeiten. Das Publikum ist schwach organisiert. Den strukturellen Schieflagen im Mediensystem muss schleunigst entgegengewirkt werden. Das waren nur einige der Erkenntnisse, die die Teilnehmer der Konferenz „Krieg und Frieden in den Medien“ am vergangenen Wochenende diskutierten. Ein Beitrag von Marcus Klöckner.

Organisiert hatte die Veranstaltung, die in der CROSS Jugendkulturkirche Kassel stattfand, die Juristenvereinigung IALANA in Kooperation u.a. mit dem Zentrum Oekumene der Ev. Kirche Hessen und Nassau sowie der Ev. Kirche von Kurhessen und Waldeck. Die Veranstaltung, an der gut 350 Personen teilnahmen, stand unter der Frage: „Kann man ein Leitbild ‚Friedensjournalismus‘ für eine der Wahrheit verpflichtete und deeskalierende Berichterstattung etablieren?“

Die Gräben zwischen Vertretern großer Medien und ihren Kritikern sind offenbar tief. Das ist eine ernüchternde Beobachtung, die man am Wochenende in Kassel hat machen können. Sie ergab sich allerdings nicht daraus, dass es bei der hochkarätig besetzten Konferenz, an der auch der „Anstalts-Kabarettist“ Max Uthoff und die ehemalige ARD-Russland-Korrespondentin Gabriele Krone-Schmalz teilnahmen, etwa zu wilden Wortgefechten zwischen „etablierten“ Journalisten und Kritikern an ihrer Berichterstattung gekommen wäre. Dazu konnte es nämlich gar nicht kommen. Denn: Laut Aussage der Veranstalter fanden sich trotz Einladung keine Vertreter großer etablierter Medien zu der Konferenz ein. Einige von ihnen, die als Referenten oder Diskussionspartner angefragt waren, seien unter anderem aus Angst vor Sanktionen innerhalb ihrer Medien nicht bereit gewesen, an der Konferenz teilzunehmen. Das ist einerseits wirklich erstaunlich. Andererseits aber auch wieder nicht.

Gewiss: Mit einiger Naivität ließe sich die Frage aufwerfen, wie es sein kann, dass Medienvertreter, die sich mit Empörung über eine manchmal arg laute und teilweise beleidigende „Medienkritik“, wie sie etwa in den sozialen Medien zu finden ist, aufregen, trotzdem aber nicht bereit sind, sich an einen Tagungsort zu begeben, an dem es in jeder Hinsicht zivilisiert zugeht: Kluge und wohldurchdachte Referate, Podiumsteilnehmer, denen man schnell anmerkt, dass sie wissen, wovon sie sprechen; ein Publikum, das den Eindruck macht, sehr gut informiert zu sein und das sich mit Medien und deren Berichterstattung offenkundig intensiv auseinandergesetzt hat.

So gesehen lag in Kassel vor der CROSS Jugendkulturkirche, sieben Gehminuten vom Kulturbahnhof entfernt, der rote Teppich für jene Vertreter großer Medien aus, die meinen, dass die aktuelle Medienkritik im Kern unberechtigt sei und überwiegend mit falschen Annahmen und Behauptungen geführt werde. Die Bühne war bereitet. Doch, wie angesprochen, es gibt noch ein „Andererseits“.

Bei Lichte betrachtet dürfte das Interesse von so manchem Vertreter der Leitmedien an einer sachlichen Diskussion mit ihren Kritikern bei etwa null liegen. Zumindest liegt dieser Eindruck sehr nahe. Weder findet die Diskussion innerhalb der großen öffentlichen Diskursplätze der Polit-Talkshows statt, noch bisher, von wenigen Ausnahmen abgesehen, an einem anderen Ort. Der Grund liegt nahe und das hat die Veranstaltung in Kassel in aller Deutlichkeit gezeigt: Es geht bei der gegenwärtigen Medienkritik nicht um Lappalien. Es geht nicht darum, dass irgendein Journalist oder irgendein Medium hin und wieder irgendeinen Fehler macht. Die Medienkritik, die spätestens seit der Ukraine-Krise immer lauter geworden ist und auch auf der Kasseler Konferenz zu Wort kam, durchdringt die Oberflächen-Wahrnehmung von Journalismus und Mediensystem. Genauso die Medienkritik in Kassel: Sie bot weder Platz für ein allgemeines Journalisten-Bashing, noch ging es ihr um eine pauschale Verurteilung oder gar um eine Verteufelung von Medien. Zugleich scheuten Referenten und Tagungsteilnehmer aber auch nicht davor zurück, Missstände klar und präzise zu benennen, Ursachen in den Blick zu nehmen und, wie der aus Genf angereiste Korrespondent der taz, Andreas Zumach, provokante Vorschläge für Strukturveränderungen in den Medien zu präsentieren (Öffentlich-rechtliche Stiftungen für Zeitungen).

Da war etwa der Leipziger Journalismusforscher Uwe Krüger. Mit seiner 2013 publizierten Dissertation, die sich mit den Netzwerken von Alpha-Journalisten auseinandersetzt, hat Krüger für einigen Wirbel in der Medienwelt gesorgt. Teile seiner Arbeit hatte gar „Die Anstalt“ übernommen, um auf die Verflechtungen von Spitzenjournalisten mit Denkfabriken und Elitezirkeln im Bereich der Außen- und Sicherheitspolitik aufmerksam zu machen. Das Eingebundensein von Spitzenjournalisten in Elitezirkel, die etwa als Leitartikler die große Weltpolitik dem Leser interessengeleitet nahebringen, interessiert das Publikum, das wurde aus der Resonanz auf seine Arbeit deutlich.

Der Vortrag Krügers in Kassel war dem Thema gewidmet: „Woran man Propaganda erkennt.“ Krüger wollte, wie er zum Publikum sagte, „gleich mit der Tür ins Haus fallen“ und führte eingangs „die zehn Prinzipien der Kriegspropaganda [an], wie sie Lord Arthur Ponsonby, ein britischer Politiker, Schriftsteller und Friedensaktivist, während des Ersten Weltkriegs erkannte“:

  1. Wir wollen den Krieg nicht.
  2. Das gegnerische Lager trägt die Verantwortung.
  3. Der Führer des Gegners ist ein Teufel.
  4. Wir kämpfen für eine gute Sache.
  5. Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen.
  6. Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, wir nur versehentlich.
  7. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm.
  8. Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache.
  9. Unsere Mission ist heilig.
  10. Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, ist ein Verräter.

Ponsonbys Prinzipien zirkulieren seit geraumer Zeit im Internet – insbesondere auch im Zusammenhang mit den Spannungen, die es zwischen den Nato-Staaten und Russland gibt.

Krügers Absicht wird im weiteren Verlauf des Vortrags deutlich: Ihm geht es, ganz im Sinne der Frage, die die Veranstalter für die Tagung aufgeworfen haben, darum, dass Mediennutzer ihre Sinne schärfen. Dabei unterlässt er als Kommunikationswissenschaftler aber auch nicht den Blick zu den Journalisten selbst und weist auf ihre schwierigen Arbeitsbedingungen hin.

Krüger, der sein Volontariat bei der Leipziger Volkszeitung absolvierte, widmet sich beispielhaft einem sehr interessanten Beitrag von Ulrich Wickert aus einem 1976 publizierten Buch. Wickert, der ehemalige Moderator der ARD-Tagesthemen, der später als Testimonial  2005  für den Werbespot der neoliberalen „Du-bist-Deutschland-Kampagne“ Pate stand, beschrieb darin, so Krüger, „wie er als junger Redakteur des Politmagazins Monitor immer mal wieder für seine inhaltliche Hartnäckigkeit kritisiert wurde und wie sich dies auf seine journalistische Haltung allmählich auswirkte und darin niederschlug. 1976 habe er noch einmal das Manuskript seines Hörfunkfeatures zur Hand genommen, das er 1970 geschrieben hatte. Der Titel lautete: «Die bundesdeutsche Propagandamaschine», es ging um die Öffentlichkeitsarbeit der Bundesregierung.“

Wickert:

„Bei der Lektüre stellte ich mit Erschrecken fest, dass ich heute das Thema wahrscheinlich milder und unkritischer beschrieben hätte. Innerhalb von sechs Jahren also hatten kleine Vorkommnisse (…) meine Unbefangenheit beseitigt.» (Wickert 1976, S. 142)

Am Rande sei angemerkt: Die Ausführungen von Wickert untermauern den Verdacht, dass im Laufe der Zeit im journalistischen Feld ein Anpassungsprozess stattfindet. Dieser kann dazu führen, dass selbst kritische Journalisten oft genug solange geschliffen werden, bis von den „subversiven Momenten“ ihrer Kritik an Politik und Staat nicht mehr viel übrigbleibt.

Uwe Krüger verwies ferner auf das Propagandamodell des US-amerikanischen Sprachwissenschaftlers Noam Chomsky und des Ökonomen Edward Herman, die sich intensiv mit den Medien in ihrem Land auseinandergesetzt haben. „Ihre wichtigste These“, so Krüger, „lautet, dass die Medien nicht alle Opfer von staatlicher Repression und Gewalt gleichbehandeln, sondern zwischen wertvollen und wertlosen Opfern unterscheiden – je nachdem, ob die Gewalt von den USA, Kanada, anderen kapitalistischen Demokratien oder einem befreundeten Regime ausgeht oder aber von offiziellen Feindstaaten der USA.“

In den von Krüger präsentierten Zitaten Chomskys heißt es auch, dass sich bei Gräueltaten jener Länder, die mit den USA verbunden seien, in den Medien von den Journalisten ganz überwiegend eine länderspezifisch freundliche und damit einseitige Berichterstattung erwartet werde: „Wir erwarten unkritische Akzeptanz von bestimmten Prämissen, wenn es um uns und unsere Freunde geht – etwa, dass wir Frieden und Demokratie wollen, Terrorismus bekämpfen und die Wahrheit sagen – Prämissen, die bei Feindstaaten nicht angenommen werden.“

Mit anderen Worten also: Die Medien mögen bitte dabei mithelfen, die Schandtaten der eigenen Regierung und des Militärs zu verdecken, während sie bei Verbrechen der Feindstaaten die gesamte Klaviatur des kritischen Journalismus spielen dürfen.

„Spielen bei Kriegen auch PR-Agenturen eine Rolle, die also einen Krieg „promoten“, sprich: Propaganda für Regierungen betreiben?“ fragte der Politikwissenschaftler Jörg Becker. Provokant formulierte er den Titel seines Vortrages: „Wie die Public-Relations-Industrie mitregiert“ und legte somit zugleich nahe, dass PR-Agenturen einen großen Einfluss bei der Politikgestaltung haben können. Einige von ihnen seien zu „großmächtigen transnationalen Konzernen mutiert“; vier dieser „gigantischen PR-Verbundsysteme“ dominierten „die gesamte Welt der Werbung, der Public Relations, der Medien und des Consultings“ (die US-amerikanische Omnicom-Gruppe, die englische WWP-Gruppe, die französische Publicis-Gruppe und die US-amerikanische Interpublic-Gruppe). Mit einem Jahresumsatz von geschätzten 7 bis 20 Milliarden US-Dollar übersteige dieser gar den Staatshaushalt einzelner Länder.

Sieben von ihm recherchierte Beispielsfälle führt Becker an, in denen Staaten gezielt Werbeagenturen bei Kriegen um Unterstützung baten. Die so genannte „Brutkastenlüge“, die 1990 von der PR-Agentur Hill & Knowlton erfunden wurde, ist einer davon. Sie war dabei behilflich, ein emotionales und politisches Klima zu schaffen, das es den USA erlauben sollte, militärisch gegen den Irak vorzugehen und dafür vorab eine Mehrheit im UN-Sicherheitsrat zu gewinnen.

Becker resümiert, dass in Kriegen heute in weitem Maße „PR-Agenturen (und auch Medienanstalten) nicht nur Produzenten und Vermittler von Bildern und Texten“ seien, sondern auch „Kriegsakteure.“ Wie etwa ein etabliertes journalistisches Medium selbst zur Kriegspartei werden kann, illustrierte Becker an dem Beispiel des TV-Senders CNN. Dieser habe rechtzeitig vor „der Landung der US-Truppen an einem Strand in Somalia 1992 einen Vertrag mit dem Pentagon geschlossen“, so dass „die TV-Übertragung dieser Truppenlandung nur bei ihm und in der Prime Time stattfinden müsse, was dann vertragsgerecht auch geschah.“ Die Entwicklung in Sachen PR-Industrie vollziehe sich in einer Zeit, in der die bürgerliche Öffentlichkeit zunehmend zerfallen sei und nur noch Teilöffentlichkeiten vorhanden seien, so Becker.

Auch Albrecht Müller, Gründer und Herausgeber der NachDenkSeiten, widmete sich in seinem Vortrag (Anmerkung der Redaktion: Der komplette Vortrag von Albrecht Müller wird zeitnah auf den NachDenkSeiten veröffentlicht) dem Thema „Propaganda“. „Wie können wir uns gegen eine Manipulation unserer Einstellungen, Überzeugungen und Meinungen schützen?“, fragte er und wies auf häufig genutzte Methoden der Desinformation hin, die man erkennen, dokumentieren und kritisieren müsse: zum Beispiel Weglassen und Verschweigen wichtiger Tatsachen, unzulässige Simplifizierung und Verkürzung historischer Zusammenhänge und Entwicklungen, einseitige Instrumentalisierung des Leidens von Opfern mit dem Ziel einer trickreichen tendenziösen Beeinflussung der Gefühle der Leser und Zuschauer. „Manipulationen“, so Müller, sind vielfach „eher auf der Tagesordnung als ehrliche Aussagen.“ Es gehe darum, Manipulationen in den Medien zu erkennen und ein Verständnis dafür zu entwickeln, dass hinter den Versuchen der Beeinflussung vielfach ausgeklügelte Kampagnen stünden.

Müller, der den Bundestags-Wahlkampf Willy Brandts von 1972 konzipierte und bis 1982 Chef der Planungsabteilung des Bundeskanzleramtes war, geht davon aus, dass zum Beispiel hinter der tendenziösen, weithin negativen Berichterstattung über Russland und Putin eine Kampagne stecke mit dem Ziel, das Land und den Präsidenten als Feindbild aufzubauen. Es werde das Zerrbild vermittelt: „Putin ist schuld am neu aufgebrochenen West-Ost-Konflikt. Putin ist unangenehm. Reitet mit nacktem Oberkörper. Putin ist der Böse“, sagt Müller im Stakkato.

Man müsse deshalb als kritischer Zeitgenosse in diesem Zusammenhang die „imperialen und geostrategischen und wirtschaftlichen Interessen des Westens sichtbar machen“. Dabei könne man erkennen, dass, wenn von einem Regime-Change die Rede sei, es längst nicht immer um Menschenrechte und Demokratie gehe. Einen kritischen Blick auf die Medien-Berichterstattung zu Russland warf auch Gabriele Krone-Schmalz, die ehemalige Russland-Korrespondentin der ARD. Sie wurde im Zuge der Ukraine-Krise dafür bekannt, dass sie die Berichterstattung deutscher Medien kritisierte und davor warnte, Russland als Feind darzustellen.

In Anlehnung an den Hamburger Völkerrechtler Professor Reinhard Merkel legte Krone-Schmalz präzise dar, dass – auch wenn es noch so häufig in den Medien anders zu lesen und zu hören sei – Russland die Krim nicht annektiert habe. Denn es sei keine gewaltsame Landnahme gewesen – anders als etwa das militärische Vorgehen des irakischen Diktators Saddam Hussein 1990 in Kuwait. Vielmehr habe eine Sezession, also eine Abspaltung eines Teils der Ukraine, mit Hilfe eines Referendums stattgefunden. Die Sezession habe zweifellos gegen die ukrainische Verfassung, nicht aber gegen das Völkerrecht verstoßen. Russland habe wegen dieser Verfassungswidrigkeit den Beitritt der Krim auch nicht ablehnen müssen. Denn die ukrainische Verfassung binde Russland nicht. Dennoch sei das Handeln Russlands, jedenfalls seine militärische Präsenz auf der Krim außerhalb seiner Pachtgebiete, völkerrechtswidrig gewesen. Daraus folge aber nicht, dass die von dieser Militärpräsenz erst möglich gemachte Abspaltung der Krim null und nichtig sei und somit deren nachfolgender Beitritt zu Russland doch nichts anderes als eine maskierte Annexion sei.

Krone-Schmalz betonte, dass man von den Mediennutzern nicht erwarten könne, auf diese Unterscheidung von alleine zu kommen, aber von Journalisten müssten diese Zusammenhänge dargestellt werden. Sie schlug vor, das Verhältnis zu Russland wieder zu verbessern und zum Beispiel vordringlich auf einen engen Jugendaustausch auf allen möglichen Ebenen zu setzen.

Die als Referenten eingeladenen ehemaligen Mitarbeiter des Norddeutschen Rundfunks (NDR) Volker Bräutigam und Friedrich Klinkhammer legten den Fokus ihrer Tagungsbeiträge auf ein bekanntes deutsches Medium: die ARD-Tagesschau. Unter dem Titel „Können wir uns wehren? – Was nützen Programmbeschwerden, Durchsetzung von Gegendarstellungen, gerichtliche einstweilige Anordnungen pp“ trugen beide mit trockenem Humor ihre Kritik an dem Medium vor. Seit der Ukraine-Krise haben Bräutigam und Klinkhammer nach eigenen Angaben über 400 Programmbeschwerden wegen unzureichender Berichterstattung in der Tagesschau eingereicht. Nicht einer habe der NDR-Rundfunkrat stattgegeben. Eigentlich, so Bräutigam, obläge es dem Rat, dass er einer seiner wichtigsten Aufgaben, die ihm der Rundfunkstaatsvertrag zuschreibe, nachkomme, sprich: „die Einhaltung der Programmrichtlinien zu überwachen.“ Im Programm müsse umfassend informiert werden, die Berichterstattung habe sachlich und wahrheitsgemäß zu sein, die Völkerverständigung müsse gefördert werden und sie müsse die Bürger zum selbständigen Urteilen befähigen.

Für beide Referenten steht nach ihren Erfahrungen fest: „De facto… bedient der Rat…nur die Partikular-Interessen von CDU und SPD, mit allen schändlichen Konsequenzen fürs Programm.“ Die Mitglieder des Rates tagten hinter verschlossenen Türen. „Ihre Sitzungen und deren Ergebnisse lassen sie vom Management desselben Hauses organisieren und realisieren, dessen Produktqualität und Programmpolitik sie eigentlich überwachen sollten.“

Sichtlich schockiert war das Publikum, als Bräutigam am Beispiel einer mangelhaften Recherche darlegte, was die Motivation der beiden gefördert hat, so unermüdlich Programmbeschwerden an den Sender zu schicken.

Bräutigam, der 21 Jahre beim NDR angestellt war, las die folgenden Zeilen vor:

„Nahe bei Aleppo griffen al-Qaida-Milizionäre einen palästinensischen Jungen auf. Er war zwölf Jahre alt. Die Männer ernannten ihn zum ‚Kindersoldaten Assads‘, fesselten ihn und warfen ihn auf einen Kleinlaster. Unter dem Gegröle der Kumpanei riss einer dem Kind den Kopf zurück und säbelte ihm den Hals durch. Das ging nicht glatt, es dauerte etwas. Den Kopf, nachdem der endlich abgeschnitten war, warf der Mann achtlos beiseite. Den Kopf eines zwölfjährigen Kindes.“

Nach dieser Schilderung fügte Bräutigam zum Publikum gewandt hinzu, um die Recherche-Defizite deutlich zu machen: „Sie werden es nicht glauben: Von solchen Leuten bezog Volker Schwenck, Chef des ARD-Büros in Kairo, regelmäßig das Material für seine ‚aktuellen‘ Berichte über die Kämpfe im 1000 Kilometer entfernten Aleppo.“ Und Bräutigam weiter: „Eigenrecherche in Aleppo, so hieß es verständnisheischend seitens der ARD, sei oft unmöglich, weil zu gefährlich. Das Fremdmaterial habe Schwenck jedoch immer äußerst sorgfältig geprüft. Ja freilich.“

„Uns wurde angst und bange“, das sagte der Polit-Satiriker Max Uthoff, der ebenfalls bei der Veranstaltung auftrat, im Hinblick auf die Berichterstattung zur Ukraine-Krise.

Der Anstalts-Kabarettist, der zusammen mit Claus von Wagner Monat für Monat ein Millionenpublikum an die Bildschirme lockt, sprach unter anderem mit den Moderatoren Daniela Dahn und Peter Becker darüber, wie er und von Wagner die Berichterstattung führender Leitmedien erlebt haben. Dies sei auch der Grund gewesen, dass sie in ihrer „Nummer“ das Verhalten der Leitmedien aus einem Schützengraben dargestellt hätten. Dies sei zu dem Zeitpunkt notwendig gewesen „und zwar in der Dramatik, auch in der Hektik, die sie vermittelt“, so Uthoff.

„Es sollte aussehen wie ein Kriegsfilm…, weil damals – das haben wir uns ja nicht ausgedacht, tatsächlich auch Der Spiegel, Die Zeit und andere unfassbar militaristisch zu Werke gegangen sind. Der Spiegel vor allem – die alte Landserpostille aus Hamburg – und auch Die Zeit, war da ganz vorne dabei…“ Fast müsse er der Springer-Presse Respekt zollen „vor der Phantasie und der Mühsal“, die Welt und Bild an den Tag legten, „um möglichst irgendwann dann doch mal einen Kriegsgrund gegen Putin zusammenzuzimmern.“

Uthoff zeigte aber auch Grund zur Freude auf, denn: Schon öfter sei es vorgekommen, dass Lehrer ihm und seinem Kabarett-Kollegen Claus von Wagner eröffnet hätten, sie zeigten komplette Folgen der Anstalt auch in ihren Klassenzimmern und diskutierten darüber mit ihren Schülern – „was uns freut wie Bolle, weil ich nicht glaube, dass wir subversiver wirken könnten als auf diese Art und Weise.“

Mit dem Begriff „subversiv“ lieferte Uthoff vielleicht auch ein gutes Stichwort, um zu erklären, warum die Kassler Medientagung der IALANA in der Berichterstattung augenscheinlich nicht vorgekommen ist. Eine Medienkritik, die, wie in der Veranstaltung gezeigt, mit Fachkenntnis in die Tiefe bohrt und auch nicht davor zurückscheut, herrschaftsnahe Wirklichkeitskonstruktionen in der Berichterstattung zu hinterfragen, verabscheut so mancher Alphajournalist. „Subversion“, hier verstanden als eine, im demokratischen Sinne, wahrlich kritische (und nicht pseudokritische) Hinterfragung von Politik und Gesellschaft: das scheint für so manches Medium nicht notwendig. Das zeigt die Berichterstattung zu oft. Dort herrscht der Tenor vor: „Uns“ geht es doch „gut“.

Bilder: © Marcus Klöckner

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Annalena Baerbock erklärte im Deutschlandfunk-Gespräch, dass das Problem der Stromspeicherung in Deutschland gelöst sei

Immigration's Border-Enforcement Myth - The New York Times

Immigration’s Border-Enforcement Myth - The New York Times
https://www.nytimes.com/2018/01/28/opinion/immigrations-border-enforcement-myth.html

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Congress has about another month before Deferred Action for Childhood Arrivals, the Obama-era program that protects young undocumented immigrants from deportation (and which President Trump terminated in September), officially comes to an end. It remains to be seen whether Congress will legalize these so-called Dreamers, and what concessions will be made in return. But this much is certain: Any deal will include appropriations for enhanced border enforcement.

#migrations #asile #états-unis #murs #fontières

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